Martina Gerecke ist genervt vom ständigen Vandalismus. Foto: Sabine Gudath

Jeden Morgen der bange Blick: Sind die Autos einsatzbereit? Seit zwei Jahren schlagen sich die Mitarbeiter des mobilen Pflegedienstes Mervanta in Lichtenberg mit derselben Sorge herum. Ein Unbekannter demoliert immer wieder die in der Umgebung geparkten Smarts des mobilen Dienstes. Die Leidtragenden sind Alte und Kranke.  
Der letzte und damit schon der sechste Vorfall ereignete sich in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag.

Sechs von den 13 Autos im Fuhrpark wurden beschädigt. Meist verbiegt der Unbekannte die Scheibenwischer der Autos, sodass sie nicht mehr fahren können. „Unsere Klienten haben zwar Verständnis für einzelne Ausfälle, aber das kann nicht so weitergehen“, seufzt Martina Gerecke (48), die Pflegedienstleisterin des Dienstes. „Dabei geht es weniger um das Geld, als um den organisatorischen Aufwand“, ergänzt Prokuristin Julia Bischoff.

Denn mobile Krankenpflege steht und fällt mit einem eng getakteten Zeitplan für die Versorgung der Pflegebedürftigen im Kiez.  „Wenn die Pfleger morgens nicht los können, warten die Klienten. Insulinspritzen etwa müssen unbedingt zu einem bestimmten Zeitpunkt verabreicht werden“, sagt Martina Gerecke.  Auch bei der Körperpflege sind die Klienten auf einen regelmäßigen Ablauf angewiesen.

In den letzten zwei Jahren ist ein Schaden in vierstelliger Höhe entstanden. Die Polizei nimmt zwar regelmäßig Anzeigen auf, doch der Täter wütet weiter. Die Mitarbeiter haben jetzt im Kiez Plakate aufgehängt, vielleicht bemerkt ja ein aufmerksamer Nachbar etwas? „Die Hilfsbedürftigen müssen die Wut eines einzelnen ausbaden“, sagt Martina Gerecke und hofft darauf, dass es endlich ein Ende hat.