Amtsarzt Patrick Larscheid aus Reinickendorf gilt in Washington als Top-Krisenmanager. dpa/Paul Zinken

Berlin wird in aller Welt bestaunt: Diesmal ist es der Amtsarzt Patrick Larscheid (53), der im Ausland für Begeisterung sorgt. Die US-Zeitung Washington Post widmet dem Reinickendorfer Corona-Krisenmanager einen großen Artikel. Die Arbeit des Gesundheitsamtschefs sei vorbildlich – auch für die Virus-Bekämpfung in den USA.

Amtsarzt Larscheid hat es in der Corona-Krise ohnehin schon zu Bekanntheit gebracht. Mit kompetenten Aussagen wurde er zumindest in Berlin zu einem der großen „Pandemie-Erklärer“ – fast wie der Charité-Virologe Christian Drosten (48). Das ist jetzt auch den Amis ausgefallen. Vor allem der Reinickendorfer Erfolg bei der Kontakt-Nachverfolgung und der Unterbrechung von Infektionsketten bringt die US-Reporter ins Schwärmen.

Larscheids Team identifizierte den ersten Corona-Hotspot

Dazu muss man wissen, dass die Washington Post nicht irgendeine Zeitung ist: Sie gilt als eines der wichtigsten Blätter in Amerika. Über ihren Besuch im Corona-Lagezentrum von Reinickendorf schreibt sie nun: „Während sich die USA schwertun, die Coronavirus-Kontaktverfolgung einzuführen, hat Deutschland dies von Anfang an getan.“ Verblüfft stellt die Zeitung fest, dass es dazu gar keiner ausgefeilten Technik bedarf: „Ihre wichtigsten Hilfsmittel sind das Telefon an ihrer Seite, ein gelber Kalender an der Wand und eine zentrale Datenbank, die mit Blick auf Infektionskrankheiten wie Masern entwickelt wurde.“

In dem Bericht vom 25. Mai wird deutlich, dass die Rückverfolgung von Kontakten und die angeordneten Quarantänen für die Virus-Eindämmung wichtiger waren als das viel gelobte Viren-Testprogramm. Zur Erinnerung: Larscheids Team hatte den Club „Trompete“ in Schöneberg als einen der ersten Corona-Hotspots identifiziert. Unter den Besuchern wurden nach eingehenden Recherchen 17 Infizierte entdeckt.

Reinickendorf begann im März mit dem Aufbau seines Stabs zur Ermittlung von Kontaktpersonen. Bezirksmitarbeiter wurden ins Lagezentrum versetzt. Zwei Monate später sagt Larscheid der „Post“, dass er zwar wieder mit einem Anstieg der Corona-Fallzahlen rechne. Aber: „Jetzt haben wir einen Weg damit umzugehen, der funktioniert, der bereits bewiesen hat, dass er funktioniert, sodass wir etwas besser schlafen als vorher.“