Der Berliner Dom ist für die Öffentlichkeit geschlossen. Jetzt gibt es auch noch mehrere Corona-Fälle  Foto: imago images

Mitte - Den Chor des Doms am Lustgarten hat das Virus hart erwischt. Die ersten Krankheitsfälle waren bereits Mitte März aufgetreten: Von knapp 80 Mitgliedern haben etwa 60 Krankheitssymptome gezeigt, die zu Covid-19 passen.  Bei 32  Menschen wurde kurz darauf Corona nachgewiesen. Den übrigen Kirchen-Mitarbeitern außerhalb des Chors soll es gut gehen, so der Chorleiter zum KURIER.

Einige Krankheitsverläufe verliefen dennoch schwer. Zwei Menschen kamen ins Krankenhaus. Noch längst sind nicht alle gesund. Eine Sängerin (65) wurde auf der Intensivstation im künstlichen Koma beatmet und befindet sich noch auf der Isolierstation, so Domsprecherin Svenja Pelzel (53).

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Auch die Sprecherin selbst, die im Chor Sopran singt, kam mit schweren Symptomen in die Klinik. Svenja Pelzel warnt in einem Facebook-Post davor, Corona zu unterschätzen: „Die Krankheit ist nicht ansatzweise mit einer Grippe zu vergleichen. Es ist schlimmer. Ich bekam sofort hohes Fieber, Husten und Atemnot.“

Zehn Tage nach dem Ausbruch wurde die Atemnot so schlimm, dass Svenja Pelzel den Notarzt rufen musste. Retter in Schutz-Montur holten sie ab. Neun Tage verbrachte sie mit einer beidseitigen Lungenentzündung auf der Isolierstation. Mittlerweile ist sie wieder zu Hause, aber noch krankgeschrieben.

Auch Chorleiter Tobias Brommann hat es erwischt. Er bekam Fieberschübe, Kopf- und Gliederschmerzen. Er hustet noch und hilft sich mit Galgenhumor: „Wir sind nun der C(h)orona.“