Demonstranten filmen mit ihren Smartphones einen Polizeieinsatz. Aufgrund der Corona-Krise und der Kontaktbeschränkungen wurde über das Internet zu einer Demonstration in der Oranienstraße aufgerufen.  Foto: dpa/Christophe Gateau

Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie wollen linke und linksradikale Gruppen wieder am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg demonstrieren. Anknüpfen wolle man dabei an die Aktionen vom 1. Mai des vergangenen Jahres, heißt es in Aufrufen im Internet. Der 1. Mai 2020 habe „viele Überraschungsmomente mit sich gebracht“, heißt es dort. „So verspricht auch der Maianfang 2021 etwas besonderes zu werden.“ Autonome Gruppen laden demnach „zum unberechenbaren Bevölkern der Straßen“ ein. Es gehe um ein öffentliches Zusammenkommen mit Schutzmasken. Konkrete Planungen sollen erst kurzfristig verraten werden.

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Bei der Polizei ist für den Abend des 1. Mai bislang keine Demonstration angemeldet. Darauf hatten die Organisatoren der traditionellen sogenannten „Revolutionären 1. Mai Demonstration“ aber schon in den letzten Jahren verzichtet.

Ausschreitungen im vergangenen Corona-Jahr

Im vergangenen Jahr waren trotz des Corona-Verbots von Ansammlungen am Abend in Kreuzberg Tausende Menschen unterwegs. Erst demonstrierten Mitglieder der linken Szene an wechselnden Orten. Später standen Tausende Schaulustige trinkend und feiernd auf den Straßen zusammen. Die Polizei scheiterte mit Versuchen, die Menge zu zerstreuen. Bei Rangeleien und durch Flaschenwürfe wurden 18 Polizisten verletzt. Die Polizei stellte im Verlauf des gesamten Tages die Identitäten von mehr als 300 Menschen fest. Am Rande einer Demonstration gegen die Corona-Auflagen wurde ein ZDF-Kamerateam von einer Gruppe Vermummter angegriffen.

Das große Kreuzberger Straßenfest „Myfest“, das früher viele Zehntausend Besucher anlockte, wurde auch in diesem Jahr wieder abgesagt. Der DGB will eine Kundgebung am Brandenburger Tor abhalten, sie soll aber mit 2000 Teilnehmern deutlich kleiner sein als früher.

Viele Jahre lang hatte es früher am Abend des 1. Mai in Kreuzberg und anderen Stadtteilen gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen linken Demonstranten, Randalierern und der Polizei gegeben.