Eine überharter Feldverweis, Herthas Zeefuik war viereinhalb Minuten auf dem Platz und sah Gelb-Rot, danach kippte das Spiel in Leipzig. Foto: imago images/Picture Point LE

Hertha BSC bleibt das Überraschungsei der Bundesliga. Nach desolatem Schlaffi-0:2 im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart vor einer Woche folgte gestern wieder ein mutiger Auftritt beim Topteam RB Leipzig. Genützt hat es trotzdem nichts. Mit nur zehn Mann verlieren die Blau-Weißen 1:2 (1:1). Hertha bleibt im Tabellenkeller stecken.

„Das Ergebnis tut weh. Wir haben als Mannschaft gut gearbeitet, ein schönes Tor geschossen. Wir müssen positiv bleiben und weiter arbeiten“, fasste Vladimir Darida dieses verrückte Spiel zusammen.

Trainer Bruno Labbadia hatte sein Team auf zwei Positionen gegenüber der Stuttgart-Blamage geändert. Für Marvin Plattenhardt spielte Neuzugang Omar Alderete, für Mathew Leckie stürmte Dodi Lukebakio auf der rechten Seite.

Was gleich auffiel: Herthas Profis waren mit Biss dabei und gingen gegen die schnellen Leipziger konzentriert in die Zweikämpfe. In der 8. Minute folgte das Ausrufezeichen mit einem Blitzangriff. Vladimir Darida mit schnellem Pass zu Lukebakio. Der sah dann den mitgelaufenen Jhon Cordoba. Der Kolumbianer traf zum 1:0.

Was für ein Start in das Spiel! Doch nur drei Minuten später patzte Alderete bei seinem Hertha-Debüt. Statt im Strafraum zu klären, ließ sich der Paraguyaner den Ball von Dayot Upamecano abnehmen und der glich aus spitzem Winkel zum 1:1 aus. Doch die Blau-Weißen fielen nach dem Gegentreffer nicht zusammen. Sie spielten konzentriert weiter.

In der Pause wechselte Labbadia den rechten Außenverteidiger Peter Pekarik aus. Der Slowake hatte trotz Hüftproblemen (Verletzung aus dem Stuttgart-Spiel) tapfer 45 Minuten durchgehalten. Für ihn kam Deyo Zeefuik. Und das hatte Folgen. Der unerfahrene Holländer bekam nach einer Grätsche gegen Christopher Nkunku die gelbe Karte (47.).  Weitere drei Minuten später rempelte er Nkunku weg und sah Gelb-Rot! Eine unsensible, zu harte Entscheidung des Schiedsrichters Tobias Stieler. Torwart Alexander Schwolow wurde deutlich: „Was der Schiedsrichter da gemacht hat, tut weh. Das war eine Fehlentscheidung. Das hat unser Spiel kaputt gemacht.“

Bis zur 77. Minute konnte Hertha das Unentschieden noch halten. Dann brachte Cordoba den Leipziger Willi Orban ungeschickt im Strafraum zu Fall – Elfmeter. Sabitzer verwandelte eiskalt zum 2:1. In den Schlussminuten wurde es dann hektisch. Erst regte sich Labbadia auf und sah dafür die Gelbe Karte (90.+1). Dann leistete sich Schiri Stieler die absolute Lachnummer. Er gab Jessic Ngankam die rote Karte, weil er angeblich Angelino gefoult hatte. War nicht der Fall, der Videoassistent revidierte den Platzverweis. Stieler gab Ngankam trotzdem Gelb.

Zwei Aussetzer - wieder mal - bringen Hertha um einen Punkt. Trotzdem: Langsam findet sich diese neue Mannschaft. Labbadia ist auf dem richtigen Weg mit dem Team, doch er muss jetzt auch punkten.