Hertha-Investor Lars Windhorst steht am Dienstag vor Gericht, während die Profis in Mainz antreten. City-Press

Herthas Fans blicken am Dienstag gespannt auf das Duell in Mainz (20.30 Uhr, Sky). Herthas Bosse werden dagegen mit mindestens einem Auge nach Amsterdam schauen, wo Investor Lars Windhorst (45) vor dem Insolvenz-Richter steht. Hertha zwischen Punktspiel und Gerichtssaal: Windhorst macht Fußball zur Nebensache. 

Update: Das Urteil des Berufungsgerichts wurde am Dienstag verschoben. „Es wird erwartet, dass das Gericht sein Urteil zwischen morgen (Mittwoch, d. Red.) und dem 21. Dezember spricht“, erkläre eine Gerichtssprecherin dem Sportbuzzer. 

Mit Pleiten kennt sich der Lars Windhorst aus. Schon oft gerieten Firmen von Herthas 374-Millionen-Investor in Schwierigkeiten oder gingen sogar bankrott. Dennoch lässt sich festhalten: Bisher stand das einstige Wunderkind der deutschen Wirtschaft immer wieder auf.

Auch diesmal gibt sich Windhorst (45) entspannt. Als Anfang November das niederländische Finanzgericht seine Tennor-Firma für pleite erklärte, verkündete Windhorst via Twitter: „Tennor ist entgegen anderslautender Berichte nicht insolvent!“ Mit dem Gläubiger habe man sich bereits längst geeinigt. Dass dennoch die Zahlungsunfähigkeit seitens des Gerichts attestiert wurde, sei laut Windhorst-Sprecher Andreas Fritzenkötter ein „technisches Versehen“.

Hertha bleibt noch entspannt 

Seitdem fragen sich nicht nur die Hertha-Fans, die Windhorst sowieso kritisch sehen, welche Konsequenzen eine mögliche Insolvenz für die Berliner hätte. Windhorst, der über eine Tochter-Firma seiner Tennor-Holding 64,7 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. KGa (nicht am Verein) hält, ahnte das, verkündete direkt nach dem Urteil: „Mein Investment und Engagement bei Hertha BSC und alle anderen Investments sind von diesem Vorgang auch nicht betroffen.“

Ganz so klar ist die Lage jedoch nicht: Bleibt das Pleite-Urteil bestehen und sollte Hertha von Windhorst noch Millionen kassiert haben, während Gläubiger vergeblich auf ihr Geld warten mussten, könnte das tatsächlich Auswirkungen für die Blau-Weißen haben. 

Noch bleibt Hertha gelassen. Viel Geld scheint sowieso nicht mehr übrig. Sportchef Fredi Bobic wird nicht müde, Herthas Sparzwang zu erwähnen. Die Windhorst-Millionen wurden zur Bewältigung der Corona-Krise gebraucht und um andere Klub-Löcher zu stopfen. 

Windhorst muss 1,45 Milliarden Euro auftreiben 

Dennoch wartet man rund um die Hanns-Braun-Straße gespannt auf das Urteil des Insolvenz-Richters. Denn Windhorst betont stets, dass sein Hertha-Engagement langfristig angelegt und er durchaus bereit sei, noch mehr in den Verein zu pumpen. Voraussetzung wäre dafür freilich, dass er noch Geld hat. 

Denn das Gerichtsverfahren ist nicht die einzige Baustelle von Windhorst. 2022 muss er astronomische 1,45 Milliarden Euro an den Londoner Fonds H2O zurückzahlen. Bisher ist Windhorst guter Dinge, die Kohle aufzutreiben. Das könnte sich am Dienstag ändern. Bleibt das Urteil bestehen, leidet Windhorsts Ruf mal wieder und potenzielle Geldgeber könnten ihm den Rücken kehren.

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