Deyo Zeefuik jubelt über seinen ersten Hertha-Treffer. Das Traumtor des Niederländers brachte die Fans, aber auch Dodi Lukebakio (r.) zum Staunen.  Foto: Imago

Blau-weißes Aufatmen! Hertha gelingt mit dem 3:0 gegen Leverkusen vor dem Derby gegen den 1. FC Union (4. April) der dringend benötigte Befreiungsschlag. Der wichtige Dreier sprang heraus, weil Deyo Zeefuik (23) die Fans bereits früh ins Staunen versetzte.

„Mein Vater hat mir vor dem Spiel gesagt, dass ich mich ruhig trauen soll, öfter abzuschließen, wenn ich in Position bin“, erklärt Zeefuik sein Traumtor in der vierten Minute, das für Hertha der Startschuss für eine irre erste Halbzeit war.

Dardais Aufbauarbeit 

Der niederländische U21-Nationalspieler weiß, was er kann. Umso irritierter war er über seine bisherigen blau-weißen Auftritte in der Hinrunde. Zeefuik spielte fahrig und stand unter Ex-Trainer Bruno Labbadia schon kurze Zeit nach seinem Vier-Millionen-Wechsel vom FC Groningen auf dem Abstellgleis. „Da habe ich Partien abgeliefert, in denen ich mich selbst kaum wiedererkannt habe“, gestand er zuletzt. „Keine Ahnung, wer der Typ in meinem Trikot war.“

Lesen Sie auch: Geburtstagsparty beim 1. FC Union? Herthas Sami Khedira und der Wettlauf gegen die Derby-Zeit >>

Seine Wandlung vom Fremdkörper zum Stammspieler hat er Dardai zu verdanken. „Ich habe ihm am Anfang gesagt: ‚Ich kenn’ dich nicht, aber was ich gesehen habe, war nicht okay. Da war zu viel Hektik in deinem Spiel. Du musst mir Zeit geben mit dir‘“, verrät der Trainer.

Dardais Devise und die erfolgte Aufbauarbeit hat sich gelohnt. „Die Trainingsmethode ist gut für mich. Jetzt weiß ich wieder, dass ich Fußball spielen kann“, erklärt Zeefuik.

Wie gut er das kann, zeigte der bei Ajax Amsterdam ausgebildete Rechtsverteidiger nicht nur bei seinem Traumtor. Zeefuik ging gegen Bayer giftig in die Zweikämpfe und startete mit seiner Dynamik immer wieder gefährliche Läufe in die Tiefe.

Keine Ahnung, wer der Typ in meinem Trikot war.

Deyo Zeefuik

„Er hat sich tierisch gesteigert, auch im Training“, lobt Dardai und erklärt: „Für dieses System, das wir gerade spielen, ist er ein Top-Spieler auf der Außenbahn. Defensiv, offensiv, Anlaufverhalten, sein Kopfballspiel, wenn wir lang eröffnen wollen – er ist ein perfekter Spieler dafür. Und er profitiert auch davon, dass die Dreierkette sehr gut funktioniert.“

Dardai mahnt vor Derby

Lesen Sie auch: Derby vor Zuschauern: Nanu?! Hertha-Trainer Pal Dardai freut sich sogar über Union-Fans >>

Doch nicht nur bei Zeefuik platzte der Knoten. Auch Matheus Cunha beendete seine über 13 Spiele und 1048 Minuten andauernde Torflaute, traf zum 2:0.

Doch Dardai wäre nicht Dardai, wenn er nicht auf die Bremse treten würde. „In der defensiven Ordnung müssen wir viel schneller in Position kommen. Das hat gefehlt in der ersten Halbzeit“, ärgerte er sich vor allem über das Anlaufverhalten der Stürmer. 

Dass der Sieg seinen Spielern einen enormen Schub geben kann, weiß Dardai jedoch auch: „Wir können jetzt nicht die ganze Woche jubeln, aber man kann mit diesem Sieg ruhig arbeiten.“

So sieht es auch Zeefuik, der mit Holland zur U21-EM fährt und dann gegen Union weiter wirbeln will:  „Wir haben Qualität, und wir haben den Klassenerhalt in der eigenen Hand.“