Andreas Zecke Neuendorf ist seit Ende Januar Assistent von Herthas Cheftrainer Pal Dardai.  Foto: Koch

Lange hat sich Herthas Liebling Zecke Neuendorf (45) ganz ruhig im Hintergrund als Co-Trainer von Pal Dardai gehalten, obwohl er gerne mal einen Spruch raushaut. Pünktlich vor dem Derby meldet sich der ehemalige Profi nun doch zu Wort. Zecke über…

... Pal Dardai: Pal ist Pal. Er ist echt und authentisch, deswegen mögen ihn alle. Wir sind seit Jahren Freunde. Er spricht alles brutal ehrlich aus. Das kann auch mal wehtun.

…sein Rolle als Assistent: Als Pal den Job wieder übernommen hatte, hat er gesagt: Du kommst jetzt mit mir. Ich bin ein Lernender. Ich bin über die Arbeit richtig froh. Ich darf auch mal laut werden. Ohne das vorher abzustimmen. Aber wir arbeiten hier im Trainerteam zusammen.

… seinen Trainerschein: Ich mache gerade die große Fußballlehrerlizenz. Im Sommer habe ich sie dann. Die hätte man mir vor zehn Jahren wohl noch nicht zugetraut.

… Sebastian Bönig, den Co-Trainer des 1. FC Union: Wir kennen uns, haben zwei, drei gemeinsame Freunde. Als er seinen Trainerschein gemacht hat, habe ich ihn auch gefragt, was man so alles tun muss. Böni hat den Fehler gemacht, dass er irgendwann an der falschen Ecke abgebogen ist und an Blau-Weiß vorbeigeschrammt ist und jetzt Rot-Weiß ist (Zecke lacht).

… über Ex-Herthaner Robert Andrich, der für Union spielt: Rob kenne ich noch von unserer U23, wir haben noch zusammengespielt. Unter uns: Eigentlich ist er noch ein heimlicher Hertha-Fan.

… die Bedeutung des Derbys: Ich will es noch viele Jahre haben. Aber nur in der Bundesliga. Ich freue mich, dass die Köpenicker erstklassig sind. Sie haben den Klassenerhalt sicher, wir nicht. Wir müssen hier kleine Brötchen backen. Wir können nicht durch die Stadt laufen und sagen: Wir sind die Nummer 1. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. In unserer Situation ist es egal, ob der Gegner Rot, Grün oder sonst eine Farbe hat. Wir brauchen Punkte.

… den neuen Teamgeist unter Dardai: Ich habe bei Bruno Labbadia hospitieren dürfen. Er ist ein guter Trainer. Da habe ich schon einiges mitbekommen. Jeder neue Spieler ist mit seiner eigenen Story hierhergekommen für ein gemeinsames Ziel. Es war aber wie beim Tetris, da haben einige Teile nicht zusammengepasst und es wurde vergessen die Teile anzupassen. Wir sind jetzt in dem Prozess, dass die Mannschaft wirklich zusammenwächst. Woche für Woche. Wenn wir das nicht tun, haben wir Probleme.

… sein Derbygefühl: Meine Stadt ist für mich Blau-Weiß. Ich sehe immer nur alles in den Straßen Blau-Weiß. Vielleicht ist das auch nur meine blau-weiße Brille. Am andere Ende der Stadt ist das anders, da ist es Rot-Weiß. Ich habe gelernt, mit Niederlagen umzugehen. Das hat bei mir etwas länger gedauert. Aber ich will nicht akzeptieren, wenn wir das Derby verlieren. Wenn Union einen schlechten Tag erwischt und wir als Team auftreten, haben wir drei Punkte mehr und ich einen ruhigen Schlaf am Sonntagabend.