Herthas Linus Gechter hält sich seinen rechten Oberschenkel, während ihn Mannschaftsarzt Dr. Uli Schleicher stützt. Foto: City-Press

Geht noch mehr blau-weißes Drama? Nach Sieglos-Absturz 2022 und einem Corona-Ausbruch folgt Herthas nächste Pleite – 0:3 (0:1) beim SC Freiburg. Ausgerechnet der jüngste Profi – Linus Gechter – feiert Sonntag den schlimmsten Geburtstag (wird 18 Jahre alt) seines Lebens. Erst ist er der Pechvogel bei einem Witzelfer zur frühen Freiburger Führung und dann muss er noch verletzt raus.

So viel Unglück auf einmal ist einfach hundsgemein. In der 11. Minute bekamen die Herthaner den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum. Der Freiburger Roland Sallai schnappte sich die Kugel. Gechter berührte ihn leicht und Sallai hob ab. Schiri Sven Jablonski aus Bremen zeigte sofort auf den Elferpunkt. Eine Fehlentscheidung, die nicht mal vom Video-Keller überprüft wurde.

Sallai-Schwalbe und Grifo trifft per Elfer

Vincenzo Grifo trifft in der 11. Minute zum 1:0 für Freiburg. Foto: dpa

Gechter hob verzweifelt die Hände, schüttelte fassungslos den Kopf. Vincenzo Grifo verwandelte eiskalt zum 1:0 für die Breisgauer. Es ist der dritte Elfmeter gegen Hertha in Folge. Schon beim 1:2 in Fürth gab es einen, genau wie vergangene Woche beim 1:6 gegen Leipzig. Krise, Coronawelle und jetzt auch noch ein Elferfluch.

Und mittendrin der tapfere Gechter, der seit Wochen als Benjamin ziemlich gut seinen Mann in der Abwehr steht, weil die älteren Mitspieler in der Verteidigung einfach immer wieder ausgefallen sind.

Gechter: Verdacht auf Muskelfaserriss

Das Schicksal droht dem deutschen U18-Nationalspieler jetzt selbst. Denn das Unglück nahm für ihn seinen Lauf. Als Hertha gerade so richtig auf den Ausgleich drückte, fasste sich Gechter in der 68. Minute an den rechten Oberschenkel und fiel vor Schmerzen um. Es ging nicht mehr, mit dickem Verband humpelte er in die Kabine – Verdacht auf Muskelfaserriss. Jetzt droht der Verteidiger im Abstiegskampf für ein paar Wochen auszufallen.

Nach Gechters Auswechslung kassierte Hertha noch das 0:2 durch Kevin Schade (83.) und 0:3 durch Lucas Höler (86.). Es waren die Gegentore 53 und 54 in dieser Saison. Wie schon gegen Leipzig eine viel zu hohe Niederlage. Denn die Formkurve auf dem Platz geht bei Hertha eigentlich wieder nach oben.

Gechter: Profivertrag zum Ehrentag

Im Abstiegskampf bleibt das Glück fern und das Pech ist der gruselige Begleiter. Gechter hat es in Freiburg jetzt doppelt getroffen. Sonntag hat er 18. Geburtstag, zum Feiern wird der gebürtige Berliner keine große Lust haben.

Doch immerhin winkt ihm in den nächsten Tagen ein schöner Trost. Mit seiner Volljährigkeit kann Gechter endlich seinen ersten Profivertrag unterschreiben. Wo der dann nächste Saison gilt – ob Bundesliga oder Zweite Liga – wird erst im Mai beantwortet sein …

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