Enttäuscht: Hertha-Trainer Bruno Labbadia.  Foto: Soeren Stache/dpa

Hertha BSC hatte den zwölften Mann mit rund 4000 Fans im Olympiastadion. Eintracht Frankfurt hatte Schiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock. Der Pfeifenmann entschied mit einem Witz-Elfer frühzeitig die Partie und die Blau-Weißen kassierten im ersten Heimspiel mit blauer Stadionbeleuchtung der Saison ihr erstes blaues Wunder – 1:3 (0:2).

Trainer Bruno Labbadia vertraute der 4:1-Siegerelf von Bremen, doch so richtig rund lief es in der ersten halben Stunde nicht. Die Partie wurde von beiden Teams ruppig geführt. Das erste Opfer des Spiels war Eintrachts Filip Kostic, der sich nach einem mit Zweikampf mit Jordan Torunarigha das rechte Knie verdrehte. Er musste in der 15. Minute ausgewechselt werden.

Dabei folgte der erste Blackout über den man noch schmunzeln konnte. Die Anzeigentafel verkündete keinen Frankfurter Wechsel, sondern einen bei Hertha. Ersatztorwart Rune Jarstein sollte angeblich für Niklas Stark spielen. Eine echte Vollpanne!

Unterlegen: Dodi Lukebakio 
Foto: imago images/Contrast

Der zweite Irrtum des Abends war dagegen einfach nur ärgerlich bis peinlich für Schiri Dankert. In der 30. Minute berührte Hertha-Verteidiger Dedryck Boyata im Strafraum mit seiner Fußspitze den Frankfurter Stürmer Andre Silva. Der hob im selben Moment ab wie ein Airbus es gerne auf dem noch immer nicht betriebsbereiten BER machen möchte. Dankert fiel auf das lächerliche Schauspiel herein und zeigte auf den Elfmeterpunkt.

Selbst Eintrachts Trainer Adi Hütter schmunzelte etwas verschmitzt an der Seitenlinie über diese Fehlentscheidung. Der Gipfel des grotesken Schauspiels. Es gab nicht mal eine Überprüfung der Flugeinlage durch den Videokeller in Köln.

Silva trat selbst an und verwandelte sicher zum 1:0 (30.).

Hertha war danach endlich wach. Aber Matheus Cunha (31.) und Dodi Lukebakio (32.) vergaben ihre Torchancen. Stattdessen traf Eintrachts Bast Dost nach einer Ecke per Kopf zum 2:0 (36.).

Mit Abstand: 4000 Fans durften ins Stadion. 

So ging es in die Kabine und Labbadia konnte mit der schwachen Vorstellung seiner Truppe nicht zufrieden sein. Er wechselte zur Pause gleich dreimal: Vladmir Darida, Peter Pekarik und Kris Piatek raus, Arne Maier, Deyo Zeefuik und Jhon Cordoba rein. Etwas mehr Druck kam auf, doch es reichte nicht. Ein echter Spielfluss war nicht zu erkennen.

Dazu kam auch noch Pech: Maier konnte zwanzig Minuten spielen, musste dann mit einer Wadenverletzung wieder raus. Für ihn kam Marvin Plattenhardt. Besser wurde es nicht. Frankfurt erhöhte durch Sebastian Rode (70.) auf 3:0. Das Eigentor durch Martin Hintegger zum 1:3 (76.) konnte den versauten Abend auch nicht mehr besser machen. Für Trainer Labbadia bleibt es noch jede Menge Arbeit, um aus dieser neuen Mannschaft eine wirkliche Einheit zu machen.

Die KURIER-Noten für Hertha und Frankfurt: 

Grafik: BK