Die Zeit für den Anpfiff der Hertha-Rückrunde hat begonnen. Trainer Tayfun Korkut will es besser hinbekommen als seine zahlreichen Vorgänger. Foto: Imago Images/Räppold/Koch

Auf ein Neues – oder besser: Auf eine neue Rückrunde! Herthas Hinrunde war mal wieder vermurkst. Doch das letzte Spiel, das 3:2 gegen Dortmund, mit dem neuen Trainer Tayfun Korkut (47) macht Hoffnung auf ein besseres blau-weißes Jahr 2022. Sonntag (15.30 Uhr) muss im Heimspiel gegen den 1.FC Köln der Turbostart gelingen, damit Herthas zweieinhalbjährige Dauerkrise endlich beendet wird.

Korkut hat in vier Spielen schon viel geleistet – sieben Punkte geholt und attraktiveren Offensivfußball spielen lassen. Doch er will mehr. Er will das Team für die Zukunft aufbauen. Wenn ihm das gelingt, winkt ihm im Sommer eine Vertragsverlängerung. Der Coach will das Image loswerden, dass er zwar ein guter Feuerwehrmann in der Not ist, aber es danach dann nicht mehr so richtig klappt.

Röber schaffte 33 Punkte

Korkut winkt sogar ein Titel: Er könnte Herthas neuer Rückrunden-König werden. Den Punkterekord hält Kult-Trainer Jürgen Röber seit 23 Jahren – 33 Zähler im zweiten Teil der Saison 1998/99. Gefolgt von Huub Stevens (31 in 2002/03), Falko Götz (30 in 04/05) und Lucien Favre (30 in 08/09).

Alles nur eine hochtrabende Utopie? 34 Punkte – das sind elf Siege, ein Unentschieden und fünf Niederlagen. Wirklich jetzt? Das soll Hertha schaffen? Ausgerechnet Sonntag sollen die Blau-Weißen gegen Köln mit einer Siegesserie anfangen, obwohl es so viele verletzte und corona-infizierte Spieler gibt?

Zuletzt haben die Spieler gezeigt, dass sie einen psychischen Kick bekommen haben. Da ist der Sieg gegen Dortmund. Da ist aber eben auch die Ansprache des Trainers, die irgendwie Mut aus den Profis herauskitzelt. Korkut ist jedenfalls optimistisch und lebt die Zuversicht vor: „Die Mannschaft gibt mir das Gefühl, dass jeder einzelne dranbleiben möchte. Wir wissen, dass uns gegen den FC viel Arbeit erwartet. Wir kennen aber auch unsere Möglichkeiten.“

Korkut hält an Doppelspitze fest

Das Credo dabei: Der Fokus liegt auf den eigenen Stärken, nicht auf denen des Gegners. „Die Flügelstärke Kölns ist natürlich ein Thema. Aber noch wichtiger ist die Frage: Was machen wir? An den Mut, die Spielfreude und die Aktivität der vergangenen Heimspiele wollen wir anknüpfen“, sagt Korkut.

Den Mann kann nicht mal die Personalnot im Sturm beeindrucken. Sein neues Traum-Duo mit Stevan Jovetic (nach Wadenverletzung noch nicht fit) und Ishak Belfodil (positiv auf Corona getestet) hat er nicht zur Verfügung.

Auf zwei Angreifer im Zentrum will Korkut trotzdem auch Sonntag nicht verzichten. „Da wird uns schon etwas einfallen, wir haben genügend Optionen“, sagt er schmunzelnd. Ist es das Gewinnerlächeln?

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