Blickt nach Norditalien und sieht auch eine rosige Zukunft für sich und Hertha BSC: Investor Lars Windhorst (44). Foto: dpa

Konkurrenz belebt das Geschäft. Entsprechend positiv bewertet Herthas Geldgeber Lars Windhorst (44) den Aufschwung des Rivalen 1. FC Union. „Ich würde mich freuen, wenn das langfristig so bleibt, dass wir einen intensiven Wettbewerb haben.“ Doch auf Dauer sind die Eisernen für den Unternehmer eine Nummer zu klein. Windhorst reibt sich lieber an Größerem.

„Wir können uns durchaus vorstellen, hier zehn, zwanzig, dreißig Jahre engagiert zu bleiben“, erklärt Windhorst. „Es gibt auch Beispiele wie die Familie Agnelli bei Juventus Turin. Es würde mich freuen, wenn das möglich ist. Das ist definitiv mein Wunsch.“

 Gegenbauer rückt in den Fokus 

Während der 36-fache italienische Meister zu Europas absoluten Topteams gehört, dümpelt Hertha durch die Liga. Dass die blau-weiße Wirklichkeit mal wieder viel grauer ist, ändere nichts an seinen langfristigen Plänen. „Ich glaube fest an die Qualität der Mannschaft und an den Trainer, der es schafft, diese Qualität in eine geschlossene Einheit zusammenzuführen. Das werden wir in den nächsten Wochen schon sehen“, prophezeit Windhorst. 

Deswegen wischt er auch die Nachfrage vom Tisch, ob er auch in der Zweiten Liga an Bord bleiben würde: „Warum sollte ich mich heute damit beschäftigen. Ich gehe fest davon aus, dass wir nicht absteigen werden.“

Vielmehr sei er nun froh, dass sich bei den Blau-Weißen nach den Turbulenzen um Jürgen Klinsmann und Manager Michael Preetz etwas tut: Nachdem Ex-Sky-Chef Carsten Schmidt als neuer Hertha-Boss fungiert, holte Windhorst „Höhle der Löwen“-Investor Georg Kofler in den Aufsichtsrat.

Kein Diktator 

Dabei schließt er weitere Veränderungen nicht aus: „Man darf nicht erwarten, dass mit einigen Personalentscheidungen schon der große Durchbruch kommt.“ In den kommenden Monaten könnte das Verhältnis zu Hertha-Präsident Werner Gegenbauer in den Fokus rücken.

Hellhörig werden alle Hertha-Fans und Windhorst-Skeptiker bei dessen Gedanken zur 50+1-Regel. „Der Investor ist doch nicht der Diktator, der alles von oben vorgibt. Es geht darum, Menschen mitzunehmen, zu motivieren, für eine gemeinsame Sache zu kämpfen“, erklärt Windhorst und versichert: „Selbst wenn wir jetzt 100 Prozent hätten oder 50,1 Prozent Stimmrechte, kann ich als Finanzinvestor nicht einfach permanent reinregieren oder bestimmen.“