Hat die Ruhe weg: Fredi Bobic gab sich in seiner ersten Medienrunde als neuer Sportchef von Hertha BSC gelassen.  City-Press


Fetter Geldregen für Hertha BSC! Nach reichlich Wirbel pumpt Investor Lars Windhorst (44) weitere 35 Millionen Euro in den Klub. Um die versprochenen 374 Millionen voll zu machen, sollen Mitte August nochmals rund 30 Millionen Euro fließen. Sportchef Fredi Bobic (49) bleibt gelassen – und kündigt einen heißen August an.

„Ich arbeite mit dem Budget, das da ist. Dass ich viele Dinge drehen muss, ist völlig klar. Ob Verkäufe, Leihen oder Einkäufe: Da musst du wie ein Chamäleon sein, dich immer der Situation anpassen“, kommentiert Bobic den Wirbel um die Windhorst-Millionen, nachdem Gerüchte über Zahlungsschwierigkeiten beim Unternehmer die Runde machten.

Auswirkungen auf Bobics Arbeit als Manager hat die verspätete Zahlung nicht. „Der Transfermarkt ist brutal dynamisch“, scherzt er und schiebt hinterher: „Die EM läuft noch. Während des Turniers bekommst du jeden Spieler angeboten, der mal den Ball getroffen hat. Da ist spannend, aber da muss man auch nicht gleich zuschlagen.“

Bobic spricht über Matheus Cunha und Jérôme Boateng

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Auch, weil Hertha bereits zwei Baustellen geschlossen hat: Für Matteo Guendouzi (zurück zum FC Arsenal) kam Suat Serdar vom FC Schalke. Kevin-Prince Boateng (ablösefrei aus Monza) soll Sami Khedira (Karriereende) ersetzen.

Mit richtig Bewegung rechnet Bobic erst in ein paar Wochen. „Die Engländer haben noch gar nicht angefangen. Die werden vielleicht erst mal ihren EM-Triumph feiern und dann zwei Wochen später wieder wach. Ich rechne mit einem spannenden August.“

Aus blau-weißer Sicht vor allem, wenn Matheus Cunha oder Dedryck Boyata ihren Wechsel-Wunsch hinterlegen würden. Mit Kapitän Boyata kündigt Bobic Gespräche an. Mit Cunhas Berater hat er sich bereits ausgetauscht: „Er ist unser Spieler, muss aber ein paar Sachen an sich ändern, weil er sonst Probleme bekommt, egal, wo er spielt“, sagt Bobic über Cunhas Hang zur Theatralik. Falls der Brasilianer wechseln will, dann nur, wenn der Preis stimmt. Bobic: „Aber es nicht so, dass gerade 20 Klubs Schlange stehen.“

Im August soll das letzte Windhorst-Geld fließen

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Abwechslung: Am Montagnachmittag ging es für die Hertha-Profis mit dem Fahrrad um den Ruppiner See statt im Volksparkstadion zu laufen. 

Bobic gibt sich cool, wirkt gelassen. Seine Botschaft: Sollten Spieler gehen, ist Hertha vorbereitet. „Wir wissen genau, was wir machen können und was wir machen sollten.“  Das gilt auch für Jérôme Boateng: „Er bewegt sich noch in einer komplett anderen Sphäre. Das macht noch überhaupt keinen Sinn. Aber schauen wir doch mal, was die Wochen bringen.“

Bis der Poker heißer wird, feilt Bobic an den blau-weißen Strukturen. Bereits in Frankfurt und Stuttgart sah er sich als Projektmanager: „Die Strategie vorzugeben, das macht mir Spaß.“

Das Gute an dem Plan: Mitte August will Windhorst die letzten 29 Millionen Euro überweisen (für dann 66,6 Prozent der GmbH & BSC GmbH & Co. KGaA – nicht am Verein). Dann kann Bobic bis zum Ende des Transferfenster am 31. August aus dem Vollen schöpfen. „Ich bin aber weit davon entfernt, unnötig viel Geld auszugeben, nur weil welches da ist“, erklärt er.

Und schiebt wegen der Corona-Krise hinterher: „Da muss man sich nur die richtig großen Vereine angucken. Die holen nur ablösefreie Spieler. Da weiß man, welche Stunde geschlagen hat.“

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