Herthas Noch-Investor Lars Windhorst und Ex-Manager Michael Preetz, spätestens ab 2020 stimmte die Chemie überhaupt nicht mehr.
Herthas Noch-Investor Lars Windhorst und Ex-Manager Michael Preetz, spätestens ab 2020 stimmte die Chemie überhaupt nicht mehr. imago images/Koch

Erinnern Sie sich noch an den geplanten Dokumentarfilm über Hertha BSC, der im März 2022 von Noch-Investor Lars Windhorst eingestampft wurde? Jetzt meldet sich der englische Regisseur Lee Hicken (41) in einem Gespräch bei dem Fußballmagazin 11Freunde zu Wort. Der neutrale Beobachter Hicken, der rund 800 Stunden Filmmaterial ab 2020 sammelte, lässt dabei alle erahnen, warum Windhorst das Doku-Projekt über Hertha stoppen ließ. Der Investor wäre wegen seiner unzuverlässigen Zahlungsmoral bei dem authentischen Werk zu schlecht weggekommen.

Hicken begann seine Aufnahmen in der Kabine, der Geschäftsstelle und vielen Orten mehr während der Sommervorbereitung zur Saison 2020/21 und stellte dann schnell fest: „Von Anfang an wurde bei Hertha dau­ernd dar­über dis­ku­tiert: Wo bleibt die Kohle?“ Sätze mit Brisanz. Er war hautnah dabei, was andere erst Monate später erfuhren.

Lesen Sie auch: Silvester-Party am Brandenburger Tor: Viele alte Stars, kein Feuerwerk – doch die Tickets gehen weg wie warme Semmeln>>

Die ganze Kaderplanung und Transfers von neuen Spielern kamen ins Stocken, weil Windhorst die fällige 50-Millionen-Rate einfach nicht vollständig pünktlich zahlte. Ex-Manager Michael Preetz hatte einen ganz dicken Fisch an der Angel. Amerikaner Weston McKennie (24) von Schalke o4 sollte das Mittelfeld verstärken – rund 25 Millionen Euro hätte er gekostet.

Lesen Sie auch: Da machte es Ruuumms! Supermarkt durch Silvesterknaller abgefackelt – zwei Verletzte>>

Schalkes McKennie sollte gekauft werden

US-Nationalspieler Weston McKennie sollte im Sommer 2020 zu Hertha kommen.
US-Nationalspieler Weston McKennie sollte im Sommer 2020 zu Hertha kommen. AFP/Dennis

Der Mittelfeldspieler war damals auch in Berlin, die Gespräche standen kurz vor dem Abschluss. McKennie sagte dann aber von sich aus ab und Preetz war in dem Moment froh, dass er dem US-Nationalspieler keinen Korb geben musste, weil nicht genügend Geld da war. McKennie wechselte dann zunächst auf Leihbasis zu Juventus Turin. Die Italiener kauften den Ami schlussendlich ein Jahr später und bezahlten insgesamt rund 25 Millionen.

Lesen Sie auch: Filmreife Verfolgungsjagd in der Nacht: „Koks-Taxi“ kracht im Vorgarten – doch die Polizei lässt die Übeltäter laufen>>

Regisseur Hicken staunte und noch mehr staunte er, als Windhorst dann mit der Begründung, dass sich ein Mitglied der Geschäftsführung in „ehr­ab­schnei­dender und her­ab­las­sender Weise über Herrn Wind­horst als Investor“ geäußert hat, das Filmprojekt einseitig stoppte. „Ich weiß nicht, was der Mann meint. Nie­mand hat Wind­horst beschimpft, im Gegen­teil, für meinen Geschmack waren die Hertha-Ver­ant­wort­li­chen sehr respekt­voll und vor­sichtig.“ Es soll diplomatisch nur von kleineren „Problem mit dem Investor “ gesprochen worden sein.

„Wir wundern uns, wo das Geld bleibt“

Der Filmemacher kann es sich nur so erklären: „Anschei­nend war sogar das zu viel für Herrn Wind­horst. Viel­leicht war es eher die Summe von Kom­men­taren, die kein gutes Licht auf den Investor warf. Es hieß nun mal oft und von quasi allen: Wir wun­dern uns, wo das Geld bleibt. Wer die Auf­nahmen sah, hat sofort ver­standen, dass das Ver­hältnis zwi­schen dem Verein und Tennor nicht son­der­lich gut sein kann.“

Hicken selbst hatte mehrere Anfragen bei Windhorst gestellt, um auch ihn abzufilmen. Er bekam aber nie eine Antwort. Für den Engländer ist das Thema Hertha längst abgehakt. Er freut sich über eine Auszeichnung für den besten Dokumentarfilm über Leeds United und dreht gerade eine Doku über Glasgow Rangers.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>