Luca Netz (17) feierte gegen Bremen am Sonnabend sein Startelfdebüt. Nun ist der Berliner erneut in den Fokus des FC Bayern geraten.  Foto:  City-Press

Er ist einer der wenigen Lichtblicke in dieser so tristen Hertha-Saison. Top-Talent Luca Netz wird eine große Karriere vorausgesagt. Unter Ex-Trainer Bruno Labbadia entwickelte sich der erst 17 Jahre alte Linksverteidiger prächtig, feierte erst jüngst beim bitteren 1:4 gegen Werder Bremen sein Startelfdebüt. Doch nun droht ein Ende der blau-weißen Erfolgsstory.

„Für Luca war es sicherlich ein großes Spiel. Das erste Mal von Anfang in der Bundesliga und dann gleich über 90 Minuten“, erklärte Ex-Trainer Bruno Labbadia nur Stunden vor seiner Entlassung. 

Zweitjüngster Herthaner aller Zeiten 

Labbadia galt als Förderer der Jugend – und als Fan von Netz. Kein Wunder, der in Buch geborene Blondschopf ist hochgradig veranlagt. Vor allem bringt Luca alles mit, was moderne Außenverteidiger heutzutage so wertvoll macht: Er ist verdammt schnell, defensiv wie offensiv einsetzbar und hat zwei starke Füße. „Das ist das Interessante an ihm, weil es sehr selten ist“, lobte Labbadia. 

Deswegen ist Netz, der bereits im zarten Alter von sieben Jahren in die blau-weiße Akademie wechselte, bereits die gesamte Saison fester Bestandteil des Profikaders – und seit seinem Liga-Debüt gegen Schalke am 2. Januar im Alter von 17 Jahren und 232 Tagen der zweitjüngste Herthaner, der jemals in der Bundesliga auflief. Nur Lennart Hartmann war 2008 noch jünger (17 Jahre, 136 Tage), als er von Lucien Favre gegen Eintracht Frankfurt ins kalte Wasser geschmissen wurde.  

Womöglich wäre Netz, der als 15-Jähriger bereits mit der Fritz-Walter-Medaille in Bronze ausgezeichnet wurde, noch früher dran gewesen. Doch im Frühjahr  brach er sich den Mittelfuß. „Die Verletzung hat ihn zurückgeworfen. Er hat die ganze Vorbereitung gefehlt, was sehr, sehr schade war“, sagt Labbadia. „Aber wir arbeiten extrem mit ihm.“

Trainer-Frage entscheidend 

Das hat man nun gesehen. Gegen Bremen schüttelte Netz seine Startelf-Nervosität nach zuvor vier Kurzeinsätzen in der zweiten Halbzeit ab, zeigte immer wieder, dass er als Verteidiger insbesondere im Spiel nach vorne eine echte Waffe sein kann. 

Das ist auch dem großen FC Bayern nicht verborgen geblieben. Der Rekordmeister buhlte bereits einmal intensiv um Luca, der den Münchnern zusammen mit seiner Familie aber einen Korb verpasste. Nun soll der Champions-League-Sieger laut kicker erneut die Fühler nach Netz ausgestreckt haben, dessen Vertrag bei Hertha nur noch bis zum Sommer läuft.

Droht Hertha nun das nächste Toptalent zu verlieren? 

Ein ablösefreier Wechsel wäre sicherlich das Wort-Case-Szenario für Hertha. Hoffnung macht, dass sich Netz bei den Blau-Weißen bisher prächtig entwickelte. Entscheidend wird wohl sein, welcher Trainer das Ruder von Labbadia nun übernimmt.