Platz da: Herthas ehemaliger Spielmacher Matheus Cunha traf im Derby gegen den 1. FC Union und schoss sich in die Herzen der Fans.  Imago

Es ist mal wieder angerichtet. Und diesmal sogar auf der ganz großen Bühne. Hertha BSC gegen den 1. FC Union, Pokal-Achtelfinale, Mittwochabend, 20.45 Uhr, Flutlicht, live in der ARD und damit vor Millionen Menschen vor den Fernsehern. Kurzum: Es ist Zeit für neue Derby-Helden.

Die Vorfreude steigt, die Fans fiebern dem Anstoß des zweiten Berliner Derbys in dieser Saison entgegen. Allein beim Gedanken an die vergangenen, so prestigeträchtigen Duelle bekommen Spieler wie Anhänger Gänsehaut am ganzen Körper. 

Hertha-Boss Fredi Bobic: „Als Fußballer lebst du für solche Spiele. Dafür hast du früher auf Bolzplätzen rumgekickt und bist Profi geworden. Man muss den Pokal mit vollem Herzen angehen, sonst macht man schon den ersten Fehler.“

Wer folgt auf Unions Polter und Herthas Cunha?

Denn kein Spiel taugt mehr als ein Derby, um sich unsterblich zu machen. Manchmal braucht es gar nicht viel, oft reicht eine einzige Aktion, wie das späte Elfmetertor von Sebastian Polter, um in den Fan-Himmel aufzusteigen. Der mittlerweile für Bochum spielende Stürmer war zwar schon vorher – wie so viele an der Wuhle – ein eiserner Fußballgott. Aber durch seinen Treffer in der 87. Minute zum 1:0-Sieg im ersten Bundesliga-Duell zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC hat sich Polter für immer in den rot-weißen Olymp geschossen. 

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Matheus Cunha traf in der Vorsaison im Derby gegen den 1. FC Union beim 3:0-Sieg und sicherte sich einen Platz in den Geschichtsbüchern. 

Im Westen bei Hertha denken sie da nach den beiden jüngsten Heimspielen vor allem an Matheus Cunha, der in den beiden vergangenen Spielzeiten als Torschütze und Vorbereiter großen Anteil an den blau-weißen Derbysiegen gegen die Eisernen im Olympiastadion hatte. 

Korkut ein riesiger Derby-Fan

Tayfun Korkut weiß das nur zu gut. Herthas Cheftrainer ist riesiger Derby-Fan, vor allem prägten den 43-maligen türkischen Nationalspieler die Duelle in Istanbul. Korkut, einst für Fenerbahce am Ball, spricht mit funkelnden Augen über einen Tag im September 1997, den er mit Sicherheit nie mehr vergessen wird: „Ich habe an ein Spiel ganz besondere Erinnerungen, denn da habe ich auch getroffen.“ Erst durch sein Derby-Tor haben ihn die frenetischen Fener-Fans ins Herz geschlossen. Korkut: „Bei Fenerbahce wird man erst ein richtiger Fener-Spieler, wenn man ein Tor gegen Galatasaray gemacht hat.“

Mit diesem Gefühl sollen seine Spieler den 1. FC Union bezwingen. „Mut und Leidenschaft“ sollen der Schlüssel sein, um den Traum vom Einzug ins Pokalfinale am Leben zu halten. Zur Erinnerung: Der FC Bayern ist bereits raus. Am Dienstagabend stolperte auch der BVB beim FC St. Pauli. Die Chancen stehen also so gut wie selten.

Hertha will Fans mit Sieg gegen Union etwas zurückgeben

Während bestimmte Erinnerungen also helfen sollen, könnten andere eine auch Mannschaft lähmen. Korkut, der auch wegen des blamablen Auftritts auf Pal Dardai als Trainer folgte, verschwendet keinen Gedanken an das jüngste Duell, als Hertha im November in Köpenick gefühlt die Hosen voll hatte und 0:2 verlor: „Damit haben wir uns nicht beschäftigt. Die Jungs werden bereit sein. Die Vorfreude ist groß bei der Mannschaft. Wir wollen den Fans mit dem Sieg etwas zurückgeben.“

Gelingt den Herthanern der Pokalsieg gegen den 1. FC Union, werden vielleicht gleich mehrere neue blau-weiße Derby-Helden geboren. 

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