Steffen Baumgart kann mit einem Sieg mit dem 1. FC Köln beim VfB Stuttgart den 1. FC Union ärgern und vor allem Hertha BSC im Abstiegskampf helfen. Imago

Irgendwie muss irgendwo und irgendwann am Sonnabend ein Wunder geschehen. Daran, dass es Hertha BSC selbst schafft, dem Abstieg beim Kampf um den Klassenerhalt bei Borussia Dortmund von der Schippe zu springen, glaubt nicht mal Cheftrainer Felix Magath so wirklich. Deutlich wahrscheinlicher ist dagegen ein Erfolg von Kollege Steffen Baumgart und seinen Kölnern bei Herthas Konkurrenten VfB Stuttgart. Wie bitte? Steffen Baumgart will den 1. FC Union ärgern und Hertha helfen!

Während Stuttgarts Bosse auf Schützenhilfe des BVB hoffen, haben die Herthaner einen unerwarteten, weil eisernen Trumpf in der Hinterhand: Steffen Baumgart.

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Klingt verrückt, ist aber so: Denn Baumgart liefert sich mit dem 1. FC Union, seinem Herzensklub, ein Fernduell um die Europa League. Baume muss in Stuttgart siegen, nur dann kann er mit dem 1. FC Köln die Eisernen noch abfangen und von Platz 6, der den direkten Einzug in die Europa-League-Gruppenphase garantiert, verdrängen – vorausgesetzt Union setzt das 5-Millionen-Euro-Spiel an der Alten Försterei gegen den VfL Bochum in den Sand.

Baumgart nimmt keine Rücksicht auf den 1. FC Union

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Steffen Baumgart tauschte sich mit Herthas-Routinier Prince Boateng beim letzten Duell länger aus.

Rücksicht auf seine Freunde an der Wuhle will der Ex-Stürmer dabei logischerweise nicht nehmen. Baume: „Für mich ist noch alles drin. Bochum hat die Möglichkeit, bei Union zu punkten. Wir haben also noch eine Chance. Und deshalb ist nicht Euphorie wegen des Erreichten angesagt, sondern die Konzentration auf das Mögliche.“

Baume will also den 1. FC Union ärgern und ist damit das Zünglein an der Waage bei Herthas Abstiegsfinale in Dortmund. Zur Erinnerung: Gewinnt Stuttgart nicht, ist Hertha gerettet.

Dass sich Baumgart um Hertha sorgt, verriet er bereits vor Kurzem dem KURIER – natürlich mit einem Blick durch die eiserne Brille: „Persönlich würde ich mich freuen, wenn sie drinbleiben. Wenn man das Spiel gegen Union gesehen hat, muss man sagen, das war ein geiles Derby, das Berlin braucht und das Berlin im Moment ausmacht.“

Steffen Baumgart hat zwei Gründe, Hertha zu helfen

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Steffen Baumgart und Urs Fischer, Cheftrainer des 1. FC Union, verstehen sich privat bestens.

Dabei liegt auch ein gewisses Eigeninteresse auf der Hand: Baumgart, bekennender Berlin-Fan, schlägt nächste Saison sicher lieber zwei Mal während der Saison beruflich in der Hauptstadt auf als nur einmal.

Hertha hat also einen ganz besonderen Trumpf in der Hinterhand. Sollte Baume aber trotzdem mit Köln in Stuttgart verlieren, muss Hertha beim BVB mindestens einen Punkt holen, um den Absturz am letzten Spieltag auf den Relegationsrang 16 zu vermeiden.

Jovetic und Richter geben Hertha Hoffnung

Hoffnung aus Hertha-Sicht macht da die Aussicht, mit voller Kapelle beim Abstiegsfinale antreten zu können. Die beim verlorenen Matchball gegen Mainz noch fehlenden Niklas Stark (Erkältung) und Marvin Plattenhardt (Leiste) trainierten am Dienstag wieder mit, wenn auch zunächst nur individuell.

Voll ins Zeug legten sich dafür ein Duo, das Hertha zum Klassenerhalt schießen soll. Topscorer Stevan Jovetic, der seit dem Derby-Debakel gegen den 1. FC Union nicht mehr fit war, und der zuletzt ebenfalls erkältete Flügelflitzer Marco Richter, der beim furiosen 3:2-Sieg gegen den BVB die Borussia zum Ende der Hinrunde völlig unerwartet mit einem Doppelpack abschoss.

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