Nachwuchsstürmer Jessic Ngankam (l.) traf zum zwischenzeitlichen 3:3 gegen den FC Bayern nach seiner Einwechslung. Bei den Jokertoren tummelt sich Hertha in der Spitzengruppe der Liga.  Foto:  Imago Images

Was folgt auf den Grusel-Fußball? Hertha drückt nach dem trostlosen 0:0 gegen Mainz besonders im Angriff gewaltig der Schuh. Um ein einigermaßen besinnliches Weihnachtsfest zu feiern, müssen die Blau-Weißen in Freiburg (Sonntag, 15.30 Uhr) unbedingt siegen. Helfen könnte das goldene Händchen von Trainer Bruno Labbadia.

Kein einziger Schuss auf des Gegners Tor in neunzig Minuten. 13 Punkte nach 12 Spieltagen. Graues Mittelmaß in der Tabelle. Keine Frage, für Herthas hohe Ziele ist die derzeitige Situation ein Tiefschlag.

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Dabei sind die Blau-Weißen in einer Kategorie bereits dort, wo sie gerne auch im Tableau hinwollen: Bei den Jokertoren, also Treffern durch Einwechselspieler, tummelt sich Hertha in der Spitzengruppe der Liga und jagt den FC Bayern!

Piatek bester Joker der Liga 

Kris Piatek ballert am besten, wenn er von der Bank kommt. Der Pole schnürte im Derby gegen den 1. FC Union ein Doppelpack, traf zuvor auch als Joker in Augsburg.  
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Der Rekordmeister ist auch hier das Maß aller Dinge. Klar, bei der Qualität im Kader. Trainer Hansi Flick brachte sechs spätere Torschützen von der Bank. Talent Jamal Musiala (3), Leroy Sane (2) und Douglas Costa (1) trafen für die Münchner. Ebenfalls sechs Mal jubeln durch eingewechselte Spieler durfte auch Überraschungsaufsteiger VfB Stuttgart.

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Dahinter folgt schon Hertha BSC. Fünfmal bewies Labbadia bereits ein goldenes Händchen. Kris Piatek ist sogar der beste Joker der Liga, traf in sechs Kurzeinsätzen dreimal (in Augsburg und zuletzt zweimal im Derby gegen den 1. FC Union), bereitete dazu zwei Tore vor. Auch die Stürmer Jhon Cordoba (beim 4:1-Sieg in Bremen) und Jessic Ngankam (beim verrückten 3:4 beim FC Bayern) netzten bereits nach ihrer Einwechselung.

Stark fordert Sieg 

Beweist Herthas Coach Bruno Labbadia in Freiburg wieder ein goldenes Händchen, stehen die Chancen gut, gemeinsam mit Co -Trainer Eddy Sözer zu jubeln.
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Gegen Mainz brachte Labbadia Dodi Lukebakio und Nachwuchskraft Ngankam. „Wir haben uns mehr Tempo und Power versprochen“, erklärt der Coach. Doch auch das Duo konnte den Grusel-Fußball gegen den Tabellenvorletzten nicht vertreiben.

„Vorne hatten wir nicht genug Durchschlagskraft, um zum Tor durchzukommen. Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein und Sonntag in Freiburg unbedingt gewinnen“, erklärt Herthas zweimaliger Nationalspieler Niklas Stark.

Labbadia fordert dafür vor allem mehr Zielstrebigkeit vor dem Tor. Vielleicht erfüllt er sich den Drei-Punkte-Wunsch vor Weihnachten selbst – indem er in Freiburg wieder ein goldenes Händchen beweist.