Niklas Stark ist bisher Vize-Kapitän. Steigt er zum Spielführer auf oder wird es ein anderer Mitspieler? Foto: imago images/König

Der Vertrag von Vedad Ibisevic (35) ist ausgelaufen. Ob der Kapitän noch mal zu Hertha BSC zurückkommt, steht in den Sternen. Und wenn ja, dann nur als Ersatzspieler. Die Binde müsste er abgeben. Trainer Bruno Labbadia sucht einen neuen Spielführer. Es wird die spannendste Frage des Sommers bei den Blau-Weißen: Wer wird neuer Kapitän?

Der Coach hat eine Vorstellung, wie er nach den Abgängen der Routiniers Ibisevic, Salomon Kalou, Per Skjelbred und Thomas Kraft eine neue Hierarchie ins Team bekommen will. „Der Mannschaftsrat wird von allen Spielern gewählt. Da werde ich keinen bestimmen“, so Labbadia. Beim Amt des Kapitäns lässt er es offen: „Vielleicht wird er von den Spielern gewählt, vielleicht bestimme ich aus dem Bauch heraus, wer es aus dem Mannschaftsrat macht. Vielleicht lassen wir die Frage auch erst mal offen. Und derjenige, der es zuletzt gemacht hat, ist erst mal Kapitän.“ Es gibt einige Kandidaten, die das Zeug zum Spielführer haben.

Niklas Stark (25): Der Verteidiger ist bisheriger Vize-Kapitän, sollte vergangene Saison zum Ibisevic-Nachfolger reifen. Doch Verletzungen warfen ihn zurück, zuletzt war er nicht in der Stammelf. Der Nationalspieler genießt Autorität bei seinen Mitspielern.

Dedryck Boyata (29): Der Belgier kam  vergangene Saison zu Hertha, entwickelte sich zum Abwehrchef. Er ist dominant auf dem Platz, kann jüngere Spieler leiten – auch in der Kabine. Er ist der Geheimfavorit.

Vladimir Darida (29): Der Tscheche ist die Hauptzentrale im Spiel zwischen Defensive und Offensive. Er war in der vergangenen Saison einer der wenigen konstanten Profis, half so dem Team. Darida müsste noch ein bisschen mehr aus sich herauskommen, dann wäre er eine Ideallösung.

Lucas Tousart (23): Der französische Nationalspieler hat eigentlich alles. Er war vergangenes Jahr bei der U21-EM der Kapitän von Frankreich. Doch er ist jung, kann noch kein Deutsch und muss sich erst mal selbst integrieren. Das Amt käme jetzt vielleicht ein bisschen zu früh.

Rune Jarstein (35): Der Torwart ist der älteste Spieler, hat jede Menge Erfahrung. Sein Wort hat Gewicht. Doch er gehört zu den ruhigen Vertretern und ob er die Nummer 1 bleibt, ist offen.

Krzysztof Piatek (25): Der Pole, der im Januar vom AC Mailand kam, wäre ein 1:1-Nachfolger von Ibisevic. Er ist die erste Wahl im Sturm und mit seinen Killerqualitäten im Strafraum kann er ein ganzes Team mitreißen.

Labbadias Schlusswort: „Ich werde genau schauen, wer Führungsqualitäten hat. Ich halte aber nichts davon, jemanden in eine Rolle zu drängen, die ihn vielleicht dann hemmt.“