Nicht nur Kevin-Prince Boateng (36) wird seine Karriere bei Hertha BSC diesen Sommer beenden. Auch der Trikotsponsor Autohero steigt aus.
Nicht nur Kevin-Prince Boateng (36) wird seine Karriere bei Hertha BSC diesen Sommer beenden. Auch der Trikotsponsor Autohero steigt aus. Andreas Gora/imago

Hertha BSC braucht dringend Geld, um die Lizenz für die kommende Spielzeit zu sichern. Für wichtige Einnahmen in Millionenhöhe sorgt in der Regel der Hauptsponsor. Das Problem: Ende März gab Autohero bekannt, bei Hertha im Sommer auszusteigen. Passiert ist seitdem nichts, wie Finanz-Boss Tom Herrich gesteht. „Wer jemanden kennt“: Herthas kuriose Hauptsponsor-Suche.

„Autohero war ein guter Partner, der aufhört“, erklärte Herrich auf der Mitgliederversammlung. Der Online-Händler für Gebrauchtwagen warb seit 2021 auf Herthas Trikots, überwies dafür sechs Millionen Euro pro Jahr und hinterlässt nun ein weiteres Loch in der ohnehin leeren Vereinskasse.

Herthas Geschäftsführer Tom Herrich äußert sich zum aktuellen Stand bei der Suche nach einem Hauptsponsor.
Herthas Geschäftsführer Tom Herrich äußert sich zum aktuellen Stand bei der Suche nach einem Hauptsponsor. City-Press

Seitdem wird dringend nach einem neuen Partner für die neue Spielzeit gefahndet. „Wir sind in der harten Akquisephase. Also wer jemanden kennt, der kann sich gerne jederzeit melden“, erklärte Herrich und sorgte mit seiner Aussage für ein Raunen unter den knapp 1500 Mitgliedern in der Messehalle 18.

Neuer Hauptsponsor für Hertha BSC enorm wichtig

Doch Herrich macht keine Witze, stellte klar: „Das soll jetzt nicht despektierlich und flapsig klingen. Es ist so wie es ist. Wir müssen uns der Situation stellen.“

Dass die Suche nach einem Haupt- und Trikotsponsor alles andere als ein Selbstläufer ist, diese Erfahrung musste Hertha bereits in der Vergangenheit machen. In der Saison 2020/21 blieb die Brust nach dem Rückzug von „Tedi“ sogar bis kurz vor Weihnachten leer, bis sich Hertha mit dem Unternehmen „Homeday“ auf einen Deal bis zum Ende der Saison einigte. Zuvor gab es aus dem Lager des damaligen Investors Lars Windhorst Gerüchte um Tesla und Amazon, einen Big Sponsor für den „Big City Club“. Geworden ist daraus bekanntlich nichts.

Hertha BSC kennt das Problem der blanken Brust

Dass nach der Corona-Pandemie und der weiterhin stotternden Wirtschaft die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen, erlebte Hertha bereits diese Saison. Nach dem Aus von Autohersteller Hyundai als Ärmelsponsor (2,5 Mio. Euro pro Jahr), folgte mit der CG Elementum AG eine Firma aus der Immobilienbranche, die Hertha „nur“ noch eine Million Euro überwies. Außerdem dauerte es ganze sechs Monate bis man mit dem Autohaus König einen neuen Automobilpartner fand.

Herrich ist trotzdem guter Dinge, bald einen neuen wichtigen Geldgeber an Land ziehen zu können: „Wenn man das Gesamtkonzept des neuen Berliner Wegs von Hertha BSC sieht, ist der attraktiv für einen Hauptsponsor.“

Herrich und Hertha hoffen auf einen neuen Millionen-Sponsor

Erste Erfolge gibt es bereits zu vermelden. Herrich: „Wir haben ganz viel Unterstützung in den letzten Wochen erfahren, erst einen Abschluss mit einem mittelständischen Berliner Unternehmen über einem Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich erreicht. Die sagen gerade jetzt: ,Ihr braucht uns, wir unterstützen euch.‘“

Vielleicht können Hertha und Herrich auch bald Vollzug mit einem neuen Hauptsponsor vermelden. Am besten im mittleren siebenstelligen Bereich …

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