Prince Boateng ist der verlängerte Arm von Trainer Pal Dardai. Auf dem Feld, in der Kabine – und am Sonntag in Bochum wohl auf der Bank. Imago

Auf den Fehlstart und den Transfer-Frust soll die Trendwende folgen. Doch um beim Aufsteiger VfL Bochum (Sonntag, 17.30 Uhr) erstmals zu punkten, muss Trainer Pal Dardai das blau-weiße Personal-Puzzle lösen.

Denn trotz langer Verletztenliste (Hertha fehlen mit Marton Dardai, Marvin Plattenhardt, Davie Selke, Stevan Jovetic und Kris Piatek fünf Startelf-Kandidaten), das Gedrängel um die begehrten Plätze ist groß. Wer bei der Partie im Pott von Beginn an ran darf, will Dardai natürlich nicht verraten, sagt nur: „90 bis 95 Prozent stehen fest.“

Spielt Klünter für Zeefuik?

Weitaus mehr lässt sich Dardai bei der möglichen Formation in die Karten schauen. Im Training wurde intensiv die Fünfer- statt Viererkette geübt – und für gut befunden. Dardai: „Eine Fünferkette würde uns defensiv in vielen Situationen Überzahl geben, gleichzeitig könnten wir hoch verteidigen.“

Heißt: Hertha macht für den Neustart die Schotten dicht und will mit schnellen Umschaltspiel zum Torerfolg kommen: Doch wer sind dafür die richtigen Kandidaten?

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Im Tor ist die Sache klar: Alexander Schwolow steht zwischen den Pfosten. Zugang Oliver Christensen (Dardai: „Ein Supertyp“) ist die neue Nummer zwei, sitzt erstmals auf der Bank.

In der Abwehr grübelt Dardai noch, wer neben den Innenverteidigern Dedryck Boyata, Niklas Stark, Jordan Torunarigha und Linksverteidiger Maxi Mittelstädt die rechte Außenposition übernimmt. Der Auftrag ist klar: Die Gegentorflut (zehn in drei Spielen) muss gestoppt werden. Tendenz: Lukas Klünter wird Deyo Zeefuik ersetzen.

Boateng hilft Hertha – auch auf der Bank

Während im Angriff mit Ishak Belfodil nur ein Mittelstürmer fit und somit gesetzt ist, tobt im Mittelfeld der Konkurrenzkampf: Mit Santiago Ascacibar, Lucas Tousart, Vladimir Darida, Prince Boateng, Suat Serdar, Marco Richter, Jurgen Ekkelenkamp und Myziane Maolida hat Dardai acht Profis für nur vier Positionen.

Einzig Boateng scheint kein Startelf-Kandidat zu sein. „Wenn er von Beginn an spielt, muss man nach 60, 70 Minuten fragen, wie es geht“ sagt Dardai über die Fitness des 34 Jahre alten Rückkehrers. Trotzdem ruhen die Hoffnungen auf Boateng als Führungsspieler: „Er wird uns auch helfen, wenn er auf der Bank sitzt.“ Tendenz: Ascacibar, Tousart, Serdar und Richter dürfen beginnen.

Klar ist: Wie auch immer Dardai das Personal-Puzzle löst, um die rote Laterne abzugeben, muss das gesamte Team als Einheit auftreten. Sportdirektor Arne Friedrich: „Die Spieler sind jetzt gefragt.“

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