Trainer Felix Magath nimmt Dienstag die Arbeit mit Herthas Profis auf. Foto: City-Press/Jan-Philipp Burmann

Ich habe seit zwei Monaten meine Zweifel, dass Hertha BSC in der Bundesliga bleibt. Nicht erst seit am vergangenen Wochenende durch das 0:2 in Gladbach der Absturz auf Platz 17 passierte. Der entlassene Trainer Tayfun Korkut hatte es einfach nicht geschafft, aus dem fragilen Haufen eine echte Mannschaft zu machen.

Seit Montag bin ich wieder etwas zuversichtlicher. Noch ist kein Spiel unter Felix Magath gemacht. Doch dieser erfahrene Schleifer strahlt Ruhe, Souveränität und seinen ganz speziellen Humor aus. Erinnert er an das Trainer-Denkmal Otto Rehhagel, der 2012 den Abstieg nicht verhindern konnte? Nein!

Magaths Auftritte lassen von den Sätzen her eher an Hans Meyer denken. Der Trainer-Filou schaffte 2004 als Retter mit einer phänomenalen Aufholjagd den Klassenerhalt. Intern knallhart, nach außen viel Sarkasmus. Abgeklärt, mit einem Schuss Selbstironie und dem Habitus: „Ich bestimme jetzt, wo es langgeht.“ Magath präsentierte sich bei seiner Vorstellung genau so.

Manager Fredi Bobic wird sich auch an Hans Meyer erinnert haben, schließlich war er damals noch Hertha-Spieler und erlebte hautnah, wie ein Trainer die Spieler anpacken muss, wenn es richtig kriselt. Meyer hatte 2004 aber 17 Spiele und holte sensationelle 26 Punkte.

Hans Meyer 2004 bei der Ehrenrunde im Olympiastadion: ein Koffer und ein Rosengarten. Foto: Imago Images

Magath hat jetzt nur acht Partien und muss höchstwahrscheinlich 15 Zähler holen. Schwierig, aber unmöglich ist es nicht. Wenn er es schafft – Chapeau. Meyer lief 2004 eine Ehrenrunde durchs Olympiastadion – mit einem Lederkoffer und einem kleinen Rosengarten auf einem Anhänger. „Quälix“ Magath im Mai vor den Fans in der Ostkurve mit einem blau-weißen Medizinball? Zu einem Wunder gehören auch immer wunderschöne Bilder …

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