Werden Hertha BSC während der wichtigen Saisonvorbereitung fehlen: Lucas Tousart (l.) und Spielmacher Matheus Cunha.  Imago

Für die meisten Sportler ist es der größte Traum, für Hertha BSC könnte Olympia dagegen zum Albtraum werden. Der Grund: Mit Frankreichs Lucas Tousart und Matheus Cunha (Brasilien) stehen schon zwei blau-weiße Stützen für das Tokio-Turnier fest. Weil auch ein deutsches Trio heiße Olympia-Kandidaten sind, droht Hertha ein Stotter-Start. 

„Am schlimmsten wäre es für mich, wenn wir an den letzten zwei Tagen um Spieler feilschen oder verhandeln müssten", erklärt Stefan Kuntz. Der Nachwuchs-Bundestrainer weiter: „Es wäre schon cool, wenn wir eine einvernehmliche Lösung finden, damit kein Verein zu viel belastet wird. Das wäre mein Traum."

Klar ist deswegen: Hertha wird maximal zwei deutsche Spieler abstellen. Hoffnungen dürfen sich die beiden Verteidiger Maximilian Mittelstädt (24) und Jordan Torunarigha (23) sowie Mittelfeldmann Arne Maier (22) machen, der mit Kuntz und der U21 erst vor drei Wochen die EM gewann.

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Lucas Tousart und Matheus Cunha werden Hertha fehlen

Das Fehlen von bis zu vier Spielern stellt Cheftrainer Pal Dardai vor knifflige Aufgaben. Bereits am 12. Juli, also nur eine Woche nach dem ersten blau-weißen Trainingslager im brandenburgischen Neuruppin, trommelt Kuntz seine Olympia-Auswahl zusammen. Je nachdem, wie weit die Franzosen, Brasilianer und die DFB-Elf im Turnier (23. Juli bis zum 8. August) kommen, muss Dardai nicht nur während der wichtigen Vorbereitung, sondern sogar in den ersten Pflichtspielen auf seine Schützlinge verzichten.

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Für Davie Selke zählt nur Hertha 

Immerhin: Mit Davie Selke, der ebenfalls ein Kuntz-Kandidat war und die U21 2017 als Torschützenkönig zum EM-Titel schoss, sagte ein Herthaner bereits ab. Der von Werder Bremen zurückgekehrte Stürmer will die Vorbereitung nutzen, um unter Dardai wieder zu alter Stärke zu finden.

Ob es dennoch ein Hertha-Quartett wird, gibt Kuntz am Dienstag bekannt. Insgesamt darf er 16 Feldspieler, zwei Torhüter und vier Ersatzmänner nominieren. Erwartet wird eine Mischung aus verdienten U-Nationalspielern der vergangenen Jahre und dem Stamm jener Mannschaft, die jüngst den U21-EM-Titel gewann. 

Das Ziel ist klar: eine Medaille. DFB-Nachwuchs-Chef Joti Chatzialexiou: „Wir sind erfolgsgierig. Wenn wir die Spieler so bekommen, wie wir uns das wünschen, dann geben wir nochmal Gas. Es gibt doch nichts Schöneres.“

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