Hertha-Investor Lars Windhorst freut sich, wenn ein Weltkonzern statt einer Billig-Kette als Sponsor an Land gezogen wird.  Foto: Matthias Koch

Hertha BSC denkt tatsächlich groß! Richtig groß! Hauptsponsor Tedi könnte zur kommenden Saison von der blau-weißen Brust verschwinden. Wie der KURIER erfuhr, soll Hertha erneut um Tesla und Amazon buhlen.

Weltkonzern statt Billig-Kette. Das wäre ganz nach dem Geschmack von Lars Windhorst (43). Herthas 374-Millionen-Investor soll der Discounter Tedi schon lange ein Dorn im Auge sein. Der Multi-Millionär will einen Big Sponsor für seinen Big-City-Club.

Bereits im Februar träumten die Blau-Weißen von einem Weltkonzern als Hauptsponsor. Damals machte Ex-Trainer Jürgen Klinsmann als Zugpferd Hertha interessant – bevor ihm im Machtkampf mit Manager Michael Preetz die Gäule durchgingen. Nach Klinsmanns Flucht schien ein Deal mit den US-Firmen vom Tisch. Nun arbeitet Hertha intensiv an einem neuen.

Möglich macht es Tedi selbst: Die europaweite Ladenkette, die bisher 7,5 Millionen Euro im Jahr zahlt, soll bereit sein, ein Jahr vor Vertragsende auszusteigen. Auf KURIER-Nachfrage hält man sich noch bedeckt, verweist auf die bereits Anfang Juli getätigte Aussage: „Die Zusammenarbeit besteht unverändert fort.“ Interessant: Kündigt Tedi den Vertrag vorzeitig, könnte Hertha sogar eine Abfindung kassieren.

Was wird aus Hyundai?

Gerüchte gibt es auch, dass Ärmel-Sponsor Hyundai – wie Tedi seit 2018 – vom Arm auf die Brust wandert. Doch für Windhorst soll auch der südkoreanische Autobauer eine Nummer zu klein sein. Gewinnt Hertha die Firma von Tesla-Boss Elon Musk, die gerade vor den Toren Berlins in Grünheide eine neue Fabrik baut, muss wohl auch Hyundai weichen. So oder so winkt Hertha der nächste Geldregen.

Ein Deal mit Autobauer Tesla oder dem Onlineversand-Riesen Amazon könnte bis zu 20 Mio. Euro im Jahr bringen. Union-Sponsor Aroundtown zahlt den Eisernen 2,5 Millionen Euro pro anno. Hertha könnte also bald achtmal so viel wie die Köpenicker einstreichen und in Sphären vorstoßen, in die der Klub auch sportlich hin will. Nur vier Klubs kassieren in der Liga mehr Kohle: Wolfsburg (VW/20 Mio.) Schalke (Gazprom/24), Dortmund (1&1/30) und Bayern (Telekom/35).