Hertha-Cheftrainer Pal Dardai hatte am Sonnabend sichtlich Spaß beim Übungsspiel seiner Mannschaft im Trainingslager in Neuruppin. Koch

Tore, Tore, Tore zu Beginn des dritten Tags im Trainingslager – und ein Aufreger! Cheftrainer Pal Dardai führt nach einer strittigen Szene im Übungsspiel kurzerhand den Videobeweis ein – und sorgt damit für gute Stimmung.

So viel gute blau-weiße Laune ist man im brandenburgischen Neuruppin wahrlich nicht gewohnt. Herthas erstes Camp der Saison ist bei den Spielern nämlich ungefähr so beliebt wie Fußpilz. Zum Lachen bleibt selten Zeit – und vor allem kaum Luft, wenn Fitness-Trainer Henrik Kuchno die Profis jeden Nachmittag zum intensiven Konditionsbolzen bittet.

Pal Dardai will Herthas Spieler bei Laune halten

Vormittags rollt dafür der Ball. Und plötzlich herrschte helle Aufregung. Lautstark forderte ein Team einen Strafstoß, nachdem Stürmer Jessic Ngankam kurz vor dem Tor zu Fall kam. Zunächst lief alles weiter – bis Dardai nach 15 Sekunden (und Rücksprache mit seinen Video-Analysten, die das Training aufzeichnen) doch noch in die Pfeife pfiff und das bei Spielern wie Fans mit viel Leid verknüpfte imaginäre Rechteck in die Luft malte: Elfmeter nach Videobeweis!

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Besonders Angreifer Davie Selke (zurück nach Leihe zu Werder) ärgerte sich, dass sein Gegenangriff dadurch gestoppt wurde. „Davie, wir sind in Berlin, nicht in Bremen. Wir checken das hier“, scherzte Dardai.

City-Press
Marton Dardai, Ruwen Werthmüller und Davie Selke (v. l.) ackern jeden Nachmittag, um sich für die neue Saison in Form zu bringen.

Ganz klar: Der Ungar probiert seine Spieler bei Laune zu halten – bis Kuchno wieder übernimmt. „Das war lustig. Das brauchen wir auch. Später tauschen wir die Bälle gegen Medizinbälle. Dann ist der Spaß vorbei.“

Freude herrschte auch bei Javairo Dilrosun. Der Flügelflitzer, im Sommer zum ersten Mal Papa geworden, mischte nach überstandener Corona-Infektion erstmals im Mannschaftstraining mit.

Prince Boateng gönnt sich Verschnaufpause

Eine kurze Verschnaufpause gönnte sich dagegen Herthas neuer Anführer. Kevin-Prince Boateng (34), für den Pal Dardai ein spezielles Ü30-Trainingspensum entworfen hat, ließ die Vormittagseinheit sausen und arbeitete individuell im schicken Teamhotel am Ruppiner See.

Dafür war Boateng am Nachmittag bei der Kuchno-Tortur wieder dabei, die er bereits aus der gemeinsamen Zeit bei Schalke 04 bestens kennt.

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