Bayerns Stürmer Robert Lewandowski schüttelt Dedryck Boyata ab. So war es bei Herthas 0:4-Heimpleite gegen den Rekordmeister.
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Das Oktoberfest fällt dieses Jahr in München wegen Corona aus. Gibt es dafür am Sonntag (18 Uhr) ein Schützenfest in der Münchner Arena beim Auswärtsspiel von Hertha BSC gegen den FC Bayern? Kann gut sein, wenn man sich die Bilanz anschaut. Beide Teams kassierten in den vergangenen drei Pflichtspielen jede Menge Gegentore. Viele Tore sind schön für die Zuschauer, verbergen aber den Abwehrbrei!

Hertha BSC zeigte zuletzt erhebliche Lücken in der Verteidigung – neun Gegentore (4:5 im Pokal gegen Braunschweig, 4:1 in Bremen, 1:3 gegen Frankfurt). Müssen die Blau-Weißen deswegen mit schlotternden Knien beim Rekordmeister antreten? Nein, mitnichten! Denn auch Bayern zeigte zuletzt ungewohnte Schwächen in der Hintermannschaft, sodass Keeper Manuel Neuer siebenmal hinter sich greifen musste (2:1 gegen Sevilla im Uefa-Supercup, 1:4 in Hoffenheim, 3:2 gegen Dortmund im Supercup).

Bayerns Trainer Hansi Flick sprach trotz des Supercup-Sieges die Schwächen an: „Da fehlte manchmal hinten die Abstimmung. Daran müssen wir arbeiten. Die Gegentore waren zu einfach für den Gegner.“

Das Gleiche hatte auch Herthas Bruno Labbadia nach dem 1:3 gegen Frankfurt gesagt. Die Innenverteidiger Dedryck Boyata und Jordan Torunarigha hatten beide keinen guten Tag erwischt, obwohl beide bisher ein solides Duo in der Abwehr abgeben. Die Schwierigkeitsstufe steigt für beide. Denn sie müssen irgendwie Robert Lewandowski, den besten Stürmer der Welt, stoppen.

Still und heimlich hoffen alle bei Hertha, dass die Bayern wegen der vergangenen drei Spiele in sieben Tagen etwas müde sind und so vielleicht sogar eine Überraschung gelingen könnte. Labbadia drückt es so aus: „Wir müssen nicht darüber reden, dass Bayern die höhere Qualität hat. Aber wir wollen natürlich gegen jeden Gegner versuchen, die Spiele zu gewinnen.“

Ihm geht es so, wie vielen Kollegen in der Bundesliga. Von 19 Spielen in seiner Trainerkarriere  gegen Bayern konnte er bisher nur zwei gewinnen und verlor 17-mal. Zuletzt gab es für ihn 2019 mit dem VfL Wolfsburg eine 0:6-Packung. Damit sich das nicht wiederholt, müssen alle blau-weißen Profis hellwach sein – besonders Boyata und Torunarigha.