Bevor Fredi Bobic als Manager übernimmt, kommen die Spieler am Sonnabend bei der  TSG Hoffenheim ein letztes Mal zusammen. Imago/AFP

Nach der Saison ist vor der Saison! Trotz Herthas später Rettung ist klar: Auf den neuen Manager Fredi Bobic wartet viel Arbeit bei der Kaderplanung. Die Abschlussfahrt morgen (15.30 Uhr) in Hoffenheim wird für einige blau-weiße Stars zur Abschiedsfahrt.

„Ich bin auf alle stolz, denn sie haben als Team, als Hertha-Familie den Klassenerhalt geschafft“, freut sich Trainer Pal Dardai. Die vom ihm Ende Januar im freien Fall übernommene Truppe fand sich gerade noch rechtzeitig, sprang so dem Abstieg von der Schippe.

Hertha-Boss Carsten Schmidt stellt alles auf den Prüfstand 

Der Endspurt war auch ein Vorspielen für die neue Saison. Fakt ist: Herthas großer Kader war zwar ein Segen für den kräftezehrenden Endspurt. Insgesamt ist er aber zu aufgebläht – und vor allem wenig ausgewogen. Der KURIER erklärt, wer seine Chance genutzt hat und wer enttäuschte.

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Bei Niklas Stark und Dedryck Boyata stehen Gespräche an

Niklas Stark (26): Der Vize-Kapitän erlebte die vergangenen zwei Jahre eine Achterbahnfahrt. Verlor als Nationalspieler den Faden unter Jürgen Klinsmann, fremdelte unter Bruno Labbadia und wurde erst unter Dardai wieder zum Anführer, den Hertha so sehr brauchte. Stark hat Vertrag bis 2022. Der Trainer will ihn behalten. Was sagt Bobic?

Dedryck Boyata (30): Der Belgier ist leider verletzungsanfällig, verpasste fast die Hälfte der Saison. Ist der vom Team gewählte Kapitän fit, ist er sportlich wertvoll. Vertrag bis 2022. Auch hier muss diesen Sommer eine Entscheidung fallen.

Deyo Zeefuik (23): Kam für fast vier Millionen Euro als Wunschspieler von Ex-Trainer Bruno Labbadia aus Groningen. Erkannte sich zunächst selbst nicht wieder und zahlte viel Lehrgeld. Im Endspurt sicherer. Muss sich dennoch steigern.

Peter Pekarik (34): Erlebte unter Labbadia seinen x-ten Frühling, war unter Dardai trotz hoher Wertschätzung kaum gefragt. Kein Lautsprecher, aber dennoch wichtig. Vertrag läuft aus.

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Santiago Ascacibar (24): Von Jürgen Klinsmann für 12 Mio. Euro aus Stuttgart geholt fand der Gaucho nie richtig Fuß. Spielt zwar mit großer Leidenschaft, dafür hapert es in Sachen Taktik und Disziplin. Lieferte im Endspurt. Zukunft dennoch ungewiss.

Matteo Guendouzi (22): Der Franzose hat das Zeug zum Anführer, ist aber nur von Arsenal geliehen (ohne Kaufoption). Kehrt wohl auf die Insel zurück, selbst wenn sich die Gunners nicht für die Europa League qualifizieren.

Was wird bei Hertha aus Matheus Cunha und Nemanja Radonjic? 

Eduard Löwen (24): Herthas Pechvogel. Seine Leihe nach Augsburg wurde nach nur sechs Monaten beendet. War nach seiner Rückkehr viel verletzt und kam kaum zum Zug. Zukunft offen.

Mathew Leckie (30): Spielte wenig, dafür meist solide. Wollte im Winter schon weg. Jetzt läuft sein Vertrag aus. Der Australier wird Hertha nach vier Jahren wohl verlassen.

Matheus Cunha (21): Verlängerte seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2025. Dass der begehrte Brasilianer aber nächste Saison für Hertha spielt, ist alles andere als sicher. Leeds United will ihn verpflichten.

Italien lockt Krzysztof Piatek

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Nemanja Radonjic (25): Spielte im Endspurt stark und erinnert mit seiner Dynamik viele Fans an seinen in Frankfurt kickenden Landsmann Filip Kostic. Geht das auch Bobic so, wird er mit Leih-Klub Marseille (Kaufoption: 12 Millionen Euro) verhandeln.

Dodi Lukebakio (23): Herthas Wundertüte spielt nach Lust und Laune. Zog zuletzt durch eine unnötige Gelb-Rote Karte Dardais Zorn auf sich. Ändert sich seine Einstellung nicht, droht die Trennung.

Kris Piatek (25): Kam für 22 Millionen Euro vom AC Mailand. Ist im Strafraum eiskalt, hat dafür spielerisch viel Luft nach oben. Beteuert, sich bei Hertha wohlzufühlen, flirtet dennoch immer wieder mit einer Italien-Rückkehr.