Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic mühte sich gegen Freiburg vergebens.   Foto: Imago Images

Das war Pleite Nummer 3 in Serie. Nach dem 0:1 in Dortmund und dem 1:4 gegen Frankfurt verliert Hertha im Saisonschlussspurt 1:2 (0:0) beim SC Freiburg. Total bitter, denn eigentlich wurden die Blau-Weißen vom Videoassistenten beklaut.

Trainer Bruno Labbadia musste die Abwehr umstellen. Für den rotgesperrten Dedryck Boyata spielte Verteidiger Niklas Stark. Vorne setzte der Coach auf eine Doppelspitze mit Vedad Ibisevic und Krzysztof Piatek. Die Blau-Weißen beginnen schwungvoll und im einem aggressiven Pressing. Das sind die Breisgauer zunächst überrascht. Nach zwölf Minuten hat Vladimir Darida gegen seinen Ex-Klub die erste Chance, doch sein Schuss fliegt übers Tor.

Zwei Minuten später ein Konter. Dodi Lukebakio überrennt dabei Freiburgs Dominique Heintz. Ein Querpass zu Ibisevic, doch der Kapitän wird beim Schuss von Lienhart gestört. Nach zwanzig Minuten kommen die Freiburger besser ins Spiel und Herthas Abwehr etwas ins Wanken. Labbadia steht an der Seitenlinie mit grimmiger Miene und fuchtelt wild mit den Händen und weckt seine Abwehrspieler etwas auf. Das hilft!

Nach ein zehnminütigen, schwächeren Phase ist wieder Hertha am Drücker. Doch dabei wird Ibisevic im Strafraum beim Kopfballversuch ziemlich schamlos von Heintze mit dem Ellbogen runtergedrückt. Schiedsrichter Tobias Stieler aus Hamburg steht fünf Meter daneben und gibt Abstoß. Der Bosnier regt sich zurecht auf. Da hätte es auch einen Elfer für geben können. Doch nicht mal Videoassistent Tobias Welz greift ein.

Ein Vorgeschmack auf das, was dann in der zweiten Halbzeit kommt. In der 51. Minute trifft Dodi Lukebakio wunderschön aus 20 Metern ins Tor. Ein Schuss wie ein Strahl, in den linken Winkel. Erst gibt der Referee den Treffer, doch dann schaltet sich der Videoassistent ein. Bei dem Konter zuvor war Darida in Freiburgs Jonathan Schmid reingerauscht. Stieler ließ das Spiel weiterlaufen. Der Videoassistent entschied auf Foul. Kein Tor und dann auch noch Gelb für den Tschechen - doppelt fragwürdig. Die Blau-Weißen fühlen sich um das Tor beklaut. Wütende Proteste von der Bank. Manager Michael Preetz regt sich besonders auf.

Es kommt zunächst noch schlimmer. Zehn Minuten später trifft Vincenzo Grifo per Freistoß zum 1:0 für Freiburg. Läuft jetzt alles gegen Hertha? Nein! In der 64. Minute wird Peter Pekarik im Strafraum von Koch gefoult. Stieler zeigt diesmal auf den Elfmeterpunkt und Ibisevic verwandelt den Strafstoß zum 1:1 (66.). Doch auch die Freude hält nicht lange. Pechvogel Darida verspringt vor dem eigenen Strafraum der Ball. Nils Petersen bedankt sich und trifft in der 71.Minute zum 2:1. Spiel gelaufen, Punkte futsch. Das Spiel will sich keiner nochmal auf Video anschauen …