Weiß, wo im Stadion An der Alten Försterei das Tor steht: Herthas neuer Stürmer Florian Niederlechner (M.) trifft gerne gegen den 1. FC Union. 
Weiß, wo im Stadion An der Alten Försterei das Tor steht: Herthas neuer Stürmer Florian Niederlechner (M.) trifft gerne gegen den 1. FC Union.  Imago/Nordphoto

Hertha rüstet auf! Neben Kiels Fabian Reese lotst Manager Fredi Bobic auch Augsburgs Angreifer Florian Niederlechner ablösefrei ins Westend. Damit schwächen die Blau-Weißen nicht nur einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Der 32 Jahre alte Mittelstürmer soll auch endlich mal wieder für einen Derby-Sieg gegen den 1. FC Union sorgen. Union-Schreck Niederlechner: Hertha BSC kopiert die Bayern-Taktik!

Bayerns Rivalen können ein Lied davon singen. Einst erwischte es Werder Bremen und Bayer Leverkusen, dann regelmäßig Borussia Dortmund und mittlerweile RB Leipzig. Kurzum: Wer dem Rekordmeister zu sehr auf die Pelle rückt, verliert meist zeitnah seine besten Spieler an die Münchner.

Wechselt vom FC Augsburg nach Berlin und kann damit Hertha BSC nicht mehr wehtun: Stürmer Florian Niederlechner (32).
Imago/Sven Simon
Wechselt vom FC Augsburg nach Berlin und kann damit Hertha BSC nicht mehr wehtun: Stürmer Florian Niederlechner (32).

Den Konkurrenten-Kniff wendet nun auch Bobic an. Gern hätte Herthas Manager Niederlechner bereits diesen Winter aus Augsburg geholt. FCA-Manager Stefan Reuter blockte aber beim Blick auf die Tabelle zügig ab: Gerade mal ein Pünktchen trennen Augsburg als 14. und Hertha als 15., beide stecken (mal wieder) knietief im Abstiegssumpf. Dabei den drittbesten Scorer (vier Tore, eine Vorlage) an einen direkten Konkurrenten zu verlieren war den bayrischen Schwaben offensichtlich zu gefährlich. Nun kommt Niederlechner erst im Sommer, dafür aber ablösefrei.

Wie bei Kempf: Hertha-Boss Bobic setzt auf Bayern-Taktik

Übrigens: Die Bayern-Taktik wendete Bobic als Hertha-Manager bereits bei Marc Kempf an. Im vergangenen Winter sah der VfB Stuttgart trotz ganz ähnlicher Ausgangslage die Situation anders und ließ Kempf, der wegen seiner hohen Gehaltsvorstellungen am Neckar in Ungnade gefallen war, zu einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt für eine Ablöse von 500.000 Euro ziehen. Mulmig war einigen dabei in Stuttgart dennoch.

Zurück zu Niederlechner, der kommende Saison Herthas träges Angriffsspiel beleben soll. Einige Fans sind dabei in Sorge, dass der Oberbayer Talenten wie Derry Scherhant (20) oder Jessic Ngankam (22) Einsatzzeiten klauen wird. Doch Niederlechner ist eher als Ersatz für Routinier Stevan Jovetic (33) geplant, der wohl keinen neuen Hertha-Vertrag bekommt. 

Gut fürs Derby: Hertha-Stürmer Niederlechner ist ein Union-Schreck

Dass Niederlechner weiß, wo das Tor steht, hat er in 181 Bundesliga-Spielen (44 Tore, 21 Vorlagen) durchaus bewiesen. Dabei machte er er sich vor allem als Union-Schreck einen Namen. Gegen keinen Klub kommt Herthas zukünftiger Mittelstürmer auf einen bessere Bilanz als gegen den 1. FC Union: in elf Duellen traf er fünfmal (zuletzt per Doppelpack beim 2:2 kurz vor der WM-Pause An der Alten Försterei), zudem bereitete er bereits drei Tore gegen die Eisernen vor.

Ob der Union-Schreck auch am Sonnabend beim Doppeltest gegen die Eisernen im spanischen Trainingslager zuschlägt, wird sich schon bald zeigen. Hertha, das seit mehr als zwei Jahren auf einen Derbysieg gegen den 1. FC Union wartet (vier Pleiten, ein Remis), erhofft sich mit Niederlechner auf jeden Fall, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen …

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