Frustriert und ratlos! Herthas Profis Willy Kanga, Lucas Tousart und Agustin Rogel (v.l.) nach dem 1:3 in Bochum.
Frustriert und ratlos! Herthas Profis Willy Kanga, Lucas Tousart und Agustin Rogel (v.l.) nach dem 1:3 in Bochum. imago images/Team2

Kann nicht irgendwer für Hertha BSC den Jahreskalender auf elf Monate verkürzen und den Januar streichen? Denn im ersten Monat des Jahres läuft bei den Blau-Weißen seit dem Wiederaufstieg 2013 fast nichts zusammen. Der Stimmungskiller, dieses 1:3 im Abstiegsduell beim VfL Bochum, ist die unfassbare 15. Pleite in 25 Januar-Spielen der vergangenen zehn Jahre. Was für eine Horrorbilanz!

Und die Zahlen sind noch schlimmer: Denn in den restlichen zehn Partien gab es acht Remis und wirklich nur zwei Siege. Den einen schaffte Jürgen Klinsmann zum Jahresanfang 2020 mit einem 2:1 in Wolfsburg, den anderen Bruno Labbadia 2021 mit einem 3:0 gegen Krisenklub Schalke. Half dem ehemaligen Coach auch nicht, nach drei weiteren Niederlagen und einem Unentschieden wurde er im Januar 2021 gefeuert. Vergangenes Jahr setzte es unter Coach Tayfun Korkut zwei Pleiten und ein Unentschieden.

Hertha BSC: Nur Klinsmann und Labbadia siegten

Es ist brutal, aber die Blau-Weißen sind die schlimmsten Winterschläfer der Bundesliga, regelmäßige Fehlstarts ins neue Jahr, weil diese einfach verpennt werden.

Das hat sich auch nicht unter Trainer Sandro Schwarz geändert. Der ganze Optimismus, der in der WM- und Weihnachtspause neu gesammelt wurde, ist mit diesem leblosen Auftritt der Spieler in Bochum dahin. Platz 17 nach diesem wichtigen Spiel. Schwarz war nach der Pleite angefressen: „Jeder kann sich sicher sein, dass wir wissen, in welcher nicht überraschenden Tabellenregion wir sind. Damit gehen wir sehr seriös, sehr konsequent und konzentriert um.“

Herthas Schwarz sauer nach Pleite: „Das ist nicht unser Anspruch“

Er war von dem Auftritt seiner Spieler in Bochum enttäuscht: Herthas Trainer Sandro Wagner.
Er war von dem Auftritt seiner Spieler in Bochum enttäuscht: Herthas Trainer Sandro Wagner. imago images/Team2

Das Bedenkliche an der Jahresauftaktpleite: Es war zum ersten Mal in dieser Saison, dass sich die Mannschaft nicht richtig gegen das Unheil aufgestemmt hat. „Für das, war wir uns vorstellen an Intensität, war das zu wenig. Das ist nicht unser Anspruch. Das gilt es zu verbessern. Es ist aber nicht die Frage der Einstellung. Es wurden inhaltliche Dinge nicht umgesetzt.“

Kein Pressing, kein knallhartes Anlaufen gegen die Bochumer. Es war ein Rückfall in alte Zeiten – gepaart mit den Dauerproblemen: zu viele Fehler in der Abwehr, zu wenig Durchschlagskraft in der Offensive. Es wurde im Trainingslager in Florida daran gearbeitet, doch gesehen hat man es in Bochum nicht.

Herthas Marco Richter warnt vor Wolfsburg und dem 1. FC Union

Marco Richter sagt knallhart: „Wenn wir so auftreten, brauchen wir auch in den kommenden Spielen nicht über Punkte reden.“

Doch die brauchen die Herthaner ganz dringend und schnell. Dienstag gegen den VfL Wolfsburg, der gerade Freiburg mit 6:0 aus dem Stadion geschossen hat, und Sonnabend im Derby gegen den 1. FC Union. Gibt es da keine Siege, hat Hertha endgültig den Krisenmodus im Abstiegskampf erreicht. Aber wenigstens ist dann der verfluchte Januar vorbei ...

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