Gänsehautmoment und ein paar Tränen: Herthas Marco Richter wurde von den Fans mit Standing Ovations gefeiert.
Gänsehautmoment und ein paar Tränen: Herthas Marco Richter wurde von den Fans mit Standing Ovations gefeiert. City-Press

Wie die Saison für Hertha BSC wird, weiß noch keiner. Doch ein blau-weißes Wunder gibt es schon. Drei Wochen nach der Diagnose Hodentumor kann Marco Richter (24) ab Montag wieder mit dem Lauftraining beginnen. Sonnabend besuchte der Flügelflitzer das Fanfest – und da war er vor Glück den Tränen nahe.

Als Stadionsprecher Fabian von Wachsmann ihn im Amateurstadion ankündigte, ging Richter etwas schüchtern die Treppe hinunter und winkte in die Menge. Was dann passierte, war pures Glücksgefühl für den Pechvogel. Die rund 5000 Fans standen auf, applaudierten zwei Minuten lang. Mit so viel Zuspruch hatte Richter dann doch nicht gerechnet. Erst hielt er sich erstaunt eine Hand vor dem Mund. Die ging dann aber ganz schnell zum linken Auge, er wischte sich ein paar Tränen der Rührung weg.

Richter hatte mehr Glück als Baumgartl und Haller

Zusammengepresste Lippen, totale Rührung bei Marco Richter, als Herthas Anhänger minutenlang Beifall klatschen.
Zusammengepresste Lippen, totale Rührung bei Marco Richter, als Herthas Anhänger minutenlang Beifall klatschen. imago images/Räppold/Koch

Richter hat echte Höllentage hinter sich. Am 12. Juli stellten die Ärzte einen bösartigen Tumor in seinem Hoden fest. Während seine Kollegen ins Trainingslager nach England fuhren, gab es für ihn nur quälende Ungewissheit und Fragen: Krebs? Wie schlimm? Was passiert jetzt? Die Saisonvorbereitung und der Fußball waren ganz nebensächlich geworden.

Am 20. Juli die große Erleichterung. Nach der erfolgreichen Entfernung des Tumors stand fest: Weil das Geschwür so früh erkannt wurde, muss er keine Chemotherapie machen. Die quälende Therapie, die Unions Timo Baumgartl hinter sich und Dortmunds Sebastien Haller noch vor sich hat, blieb ihm erspart. Auch diese beiden Profis bekamen die Diagnose Hodentumor.

Richter kämpft für sein schnelles Bundesliga-Comeback

Am 8. Juli spielte Marco Richter noch beim 5:1-Test in Cottbuss. Vier Tage später bekam er die Schockdiagnose Hodentumor.
Am 8. Juli spielte Marco Richter noch beim 5:1-Test in Cottbuss. Vier Tage später bekam er die Schockdiagnose Hodentumor. City-Press

Richter beschrieb seinen Krankheitsverlauf mit viel Erleichterung auf seiner Instagram-Seite: „Nach anstrengenden Tagen, an denen ich mir viele Gedanken und auch Sorgen gemacht habe, kam nun die gute Nachricht. Der Tumor war zwar bösartig, ist aber erfolgreich entfernt worden, und ich brauche keine Chemotherapie und kann bald wieder voll angreifen.“

Er erholte sich in seiner Heimat in Bayern. Doch jetzt ist der Hunger auf Fußball, auf Hertha wieder da. Jetzt erst mal individuelle Einheiten. Der ehrgeizige Flügelflitzer will aber schnell wieder mit der Mannschaft trainieren. Der große Zuspruch der Hertha-Fans hat ihm am Wochenende noch mal einen echten Push gegeben.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>