Davie Selke und Maximilian Mittelstädt gingen im Training aufeinander los.
Davie Selke und Maximilian Mittelstädt gingen im Training aufeinander los. Imago Images/Räppold/Koch

Da war echtes Feuer drin! Volldampf-Training bei Hertha BSC und bei zwei Profis kochen die Emotionen komplett hoch. Trainingszoff auf dem Schenckendorffplatz – wüste Schubserei zwischen Davie Selke (27) und Maxi Mittelstädt (24). Die Streithähne üben schon mal für den Abstiegskampf am Sonnabend beim Tabellenletzten Fürth …

61 Minuten lief das Training am Donnerstag. Coach Tayfun Korkut hatte zum Mini-Turnier geladen – vier gegen vier. Tempo, Dynamik, aggressive Zweikämpfe, alles war dabei. Eine echte mentale Einstimmung auf die Schlacht im Frankenland. Doch dann ein bissiges Duell zwischen Stürmer Selke und Außenverteidiger Mittelstädt, ein kurzes Wortgefecht und beide gingen aufeinander los. Kopf an Kopf und mit jeder Menge Adrenalin standen sie sich gegenüber. Ein Schubser, zwei Schubser. Eine Prügelei verhinderten Co-Trainer Ilija Aracic und Myziane Maolida. Korkuts Assistent drückte Selke weg und der Franzose zog Mittelstädt zu sich.

Mittelstädt, ein besonnener Hertha-Profi

Selke ist dafür bekannt, dass er öfter mal verbal provoziert und ein Hitzkopf sein kann. Von Mittelstädt hat man so etwas noch nie gesehen. Das Trainingsspiel lief danach wieder weiter – mit beiden Streithähnen. Als es beendet war und die nächsten beiden Teams gegeneinander spielten, ging Maxi noch immer angefressen erst mal zur Getränkekiste und nahm einen tiefen Schluck Wasser zur Abkühlung. Erst saß er ganz allein auf einer Kiste. Dann kam Marco Richter klatschte mit ihm aufmunternd ab.

Ja, bei Hertha wird es härter. Die Lage ist total angespannt. Denn das Abstiegsgespenst ist wieder da. Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Bochum ist ein Auswärtssieg in Fürth Pflicht, um wenigstens wieder ein bisschen Polster auf Relegationsplatz 16 zu bekommen. Das ist nämlich auf einen Punkt Vorsprung zusammengeschrumpft.

Hertha-Sorgen um Ekkelenkamp

Jurgen Ekkelenkamp hält sich seinen linken Knöchel, wird von Physio Freddy Syna behandelt.
Jurgen Ekkelenkamp hält sich seinen linken Knöchel, wird von Physio Freddy Syna behandelt. Imago Images/Räppold/Koch

Die Personallage ist seit Mittwoch auch nicht besser geworden. Nachdem schon Dedryck Boyata (Bänderverletzung), Marton Dardai (Individual-Training nach Knöchelblessur), Marc Kempf (Erkältung) und Kevin-Prince Boateng (Magen-Darm-Infekt) und die drei verletzten Torhüter Rune Jarstein, Nils Körner und Oliver Christensen fehlen, musste am Mittwoch auch noch Jurgen Ekkelenkamp die Einheit abbrechen. Der Holländer zog sich beim Trainingsspiel eine Knöchelverletzung zu. Eine kurze Behandlung mit Eis reichte nicht aus. Ekkenlenkamp humpelte vom Platz und musste in die Kabine. Jetzt wird auch noch um ihn gezittert.

Das Holland-Juwel war beim 2:1-Hinspiel der Matchwinner gewesen, machte ein Tor und zwang Fürths Maximilian Bauer zum Eigentor in der 79. Minute. Auf dieses Glück kann sich Hertha nicht ein zweites Mal verlassen.

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