Trainer Sandro Schwarz feuerte die mitgereisten Fans nach dem Schlusspfiff an. Trotz Niederlage waren die Anhänger wegen der Leistung der Spieler zufrieden.
Trainer Sandro Schwarz feuerte die mitgereisten Fans nach dem Schlusspfiff an. Trotz Niederlage waren die Anhänger wegen der Leistung der Spieler zufrieden. City-Press

So haben wir Herthas Trainer Sandro Schwarz noch nicht erlebt. Nach dem 2:3 in Leipzig mit der starken zweiten Halbzeit nach 0:3-Rückstand ging Schwarz mit den Spielern zum Gästeblock im Leipziger Stadion und feuerte die 4500 mitgereisten Hertha-Fans nochmal an. Starker emotionaler Auftritt des sonst so um Sachlichkeit bemühten Fußballlehrers.

Schwarz: „Dankeschön an die Fans“

„Das was ich in dem Moment fühle, will ich dann auch zum Ausdruck bringen. Ich finde, wie die Leute uns die vergangenen Wochen pushen, ist herausragend. Das ist ein Dankeschön an die Fans“, erklärt Schwarz.

Da wächst etwas zusammen. Nach drei Jahren Krise sind Anhänger und Spieler wieder vereint. Doch nicht nur das. Schwarz und die Mannschaft, das wird von Spiel zu Spiel immer mehr ein verschworener Haufen. Wann hat man solche Sätze schonmal nach einer Niederlage gehört?

Schwarz: „Es gibt nun leider solche Ergebnisse. Dennoch was Atmosphäre, was Haltung, Mentalität anging, war es überragend. Wir haben das 0:3 in der Pause klar analysiert. Und was die Jungs dann abgerissen haben, war sehr gut. Ich liebe sie für das, was sie heute gebracht haben.“ Was für eine Liebeserklärung an sein Team!

Schwarz: „Wir ärgern uns nur über das Ergebnis“

Doch die Pleite bedeutet auch, dass Hertha wieder tief im Tabellenkeller ist. Entwicklung ist da, doch es fehlen akut Punkte. Sandro Schwarz weiß es und sagt: „Wir ärgern uns über das Ergebnis, auch über das eine oder andere Unentschieden. Aber wir müssen das Positive herausziehen. Die Stabilität auf dem Platz, die Aggressivität, das Vorwärtsverteidigen, das ist alles schon großer Sport. Leistung wird immer der Faktor sein, um Ergebnisse zu erzielen. Jetzt müssen wir dran bleiben und weitermachen.“

Lukebakio: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“

In Leipzig haben die Spieler trotz des 0:3 zur Pause weitergemacht. Verteidiger Marc Kempf beschrieb die Trotzreaktion in Hälfte 2 so: „Vielen haben gedacht, dass wir mit vier, fünf Gegentoren nach Hause fahren. Wir haben viele Leute eines Besseren belehrt und haben eine gute zweite Halbzeit gespielt. Am Ende haben wir den Lucky Punch verpasst und leider den Ausgleich verpasst. In der ersten Halbzeit waren wir zu passiv. Der Trainer hat uns in der Pause aber nicht rund gemacht, sondern gesagt dass wir nichts mehr zu verlieren haben.“

Dodi Lukebakio hatte die verlorenen Punkte ganz schnell vergessen und sah das große Ganze: „Ich bin so glücklich, so stolz auf meine Mannschaft. Das bringt hier so viel Spaß und es gibt Hoffnung für das nächste Spiel. Wir müssen jetzt positiv sein. Sauer können wir nur über die erste Halbzeit sein.“

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