Axel Kruse fand bei Hertha BSC sein Glück erst im zweiten Anlauf.  Imago/BK

Oft geriet Hertha BSC, so wie diesmal im Kampf um den Klassenerhalt durch die Quarantäne, in Not. Fast immer, und das soll Mut machen, ziehen die Blau-Weißen den Kopf aus der Schlinge. Hertha kann Wunder – Nr. 9.

Gerade mal 21 ist Axel Kruse, als er im Sommer 1989, die Mauer steht noch und ist das Sinnbild für den Eisernen Vorhang, von Kopenhagen aus von Hansa Rostock türmt. Einfach ist das nicht für einen, der sich in der DDR als Fußballer einen Namen gemacht hat und das Zeug zum Nationalspieler hat.

Von Basel nach Berlin zurück

Anfangs klappt es auch nicht sonderlich gut, sportlich sind die Blau-Weißen trotz des Aufstiegs in die Bundesliga ein durch und durch wackliges Gebilde – und Kruse ist noch vor dem Abstieg wieder weg.

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Doch weder bei Eintracht Frankfurt (obwohl er ausgerechnet in Rostock ein Tor erzielt, vermasselt Hansa den Hessen am Saisonende 1991/92 den Meistertitel) noch beim VfB Stuttgart (Zehn-Wochen-Sperre wegen einer Tätlichkeit gegen einen Schiri) wird er glücklich und kehrt über den FC Basel 1996 nach Berlin zurück.

Kicker bei Berlin Thunder 

Kruse ist als Kapitän der Aufstiegsmannschaft von 1997 der absolute Anführer und der, an dem sich alle orientieren. Er haut alles rein, was er hat. So einen haben sie gebraucht, um Großes zu erreichen.

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Nur wird Kruse von einer fiesen Knieverletzung mit nur 30 Jahren gestoppt. Aber: Der Angreifer hat mit Hertha seine zweite Heimat gefunden. Zwar kickt er später für die American Footballer von Berlin Thunder, gewinnt mit ihnen zweimal den World Bowl, doch sportlich ist sein Herz ganz und gar an die Blau-Weißen vergeben.

Ihnen bleibt er auch als Geschäftsführer der Film- und Fernsehproduktionsfirma farbfilm media treu, leidet bei Niederlagen und jubelt über Erfolge. Er, der als Flüchtling kam, ist beim zweiten Mal geblieben – für immer.