Hertha-Keeper Gabor Kiraly behielt im Nebel gegen Barcelona den Überblick.  Foto: Imago/BK

Oft geriet Hertha BSC, so wie diesmal im Kampf um den Klassenerhalt durch die Quarantäne, in Not. Fast immer, und das soll Mut machen, ziehen die Blau-Weißen den Kopf aus der Schlinge. Hertha kann Wunder – Nr. 3.

Es ist einer der Tage, den sich kein Fußballer wünscht: Nebel wie sonst nur in London wabert durch die Stadt, die Sicht beträgt keine hundert Meter, die Bedingungen sind alles andere als regulär.

Rivaldo und Guardiola 

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Dabei steht für Hertha an diesem 23. November 1999 das Spiel der Spiele in der Zwischenrunde der Champions League statt. Zu Gast ist der FC Barcelona. Jenes Team, das in den sechs Spielen der Vorrunde nicht verloren und mit 14 Punkten die beste Ausbeute aller 32 Starter erreicht hat.

Jeder, der es mit den Blau-Weißen hält, hofft auf eine Sensation. Allein Barcas Personal aber – Brasiliens Superstar Rivaldo, Portugal-Ass Luis Figo, Holland-Granate Patrick Kluivert, dazu der junge Xavi und Mittelfeld-Stratege Pep Guardiola – lässt solche Gedanken kaum zu. Erst recht nicht nach dem frühen 0:1-Rückstand durch Luis Enrique.

Zaubermaus Dariusz Wosz

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Doch Hertha ist plötzlich alles zuzutrauen. Als Zaubermaus Dariusz Wosz die Kugel auf Kai Michalke zurücklegt und der Mittelfeldspieler in Minute 33 das 1:1 reinknallt, taumelt der Favorit.

Die Blau-Weißen haben sogar derart viel Spaß, dass Andreas Schmidt launig sagt: „Wir hätten beinahe gewonnen, hat denn niemand unsere beiden Pfostenschüsse gesehen?“

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Nein, denn die hat es nicht gegeben. Andere Aktionen der Superstars bleiben ebenfalls unerkannt, weil der Nebel immer dichter geworden ist. Das 1:1 aber macht am Ende trotzdem alle Herthaner froh.