Manager Michael Preetz (l.) und Trainer runo Labbadia mussten nach dem 1:4 gegen Bremen gehen.  Foto: AFP

Der Trainer war geduldig, der Manager auch. Die Hertha-Bosse waren es nicht mehr. Bruno Labbadia und Michael Preetz sind Geschichte bei Hertha BSC. Der Grund dafür scheint offensichtlich: 17 Punkte in 18 Spielen, akute Abstiegsgefahr trotz Millionen Investitionen in die Mannschaft.

Ich habe ein  ungutes Gefühl, wie es mit dem Hauptstadtklub jetzt weitergeht. In der Krise werden die Strukturen umgestellt. Das kann für alle befreiend wirken. Es kann aber auch zum Chaos führen. Es ist nur ein halber Schnitt, der gemacht wurde. Arne Friedrich wurde nicht zum Manager befördert, sondern ist es nur interimsmäßig. Andere sagen auch uncharmant: Notlösung!

Beim Trainerposten wird es höchstwahrscheinlich genauso sein und Vereins-Ikone Pal Dardai soll den Retter spielen. Er soll wieder Teamgeist in die Truppe bringen.

Das Problem ist nur: Selbst in den Vereinsgremien gibt es nicht mehr diesen Teamgeist. Es war einfach nur schäbig, wie Labbadia vor laufender TV-Kamera nach dem Schlusspfiff des 1:4 gegen Bremen mit seiner Entlassung, die da noch gar nicht stattgefunden hatte, konfrontiert wurde. Da hat jemand sein eigenes Süppchen im Verein gekocht.

Geschäftsführer Carsten Schmidt schämte sich dafür: „Ich habe mich bei Bruno im Namen des Vereins entschuldigt. Das war ein Schlecht-Zeichen von Hertha BSC.“ Die einheitliche Front im Verein, die stets auf Selbstbestimmung gegenüber dem Millionen-Investor Windhorst gepocht hat, bröckelt.  Der Verein hat mit dem harten Schnitt jetzt auf jeden Fall das Fenster für die Einflussnahme von Investor Lars Windhorst bei Personalfragen weit aufgemacht. Das kann gut oder schlecht sein, das wird der Sommer zeigen.

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Investor Lars Windhorst (l.) wird nach dem Hertha-Beben noch mehr an Einfluss gewinnen. Präsident Werner Gegenbauer pocht dagegen auf die Selbständigkeit des Klubs.