Wenn Herthas neuer Trainer Tayfun Korkut pfeift, müssen die Spieler rennen und schießen. Foto: Imago Images/Nordphoto/Engler

Macht Herthas neuer Trainer Tayfun Korkut (47) den harmlosen Sturm (bisher nur 13 Treffer in 13 Spielen) endlich wieder torgeil? Der neue Coach versucht alles, damit wieder Spielfreude aufkommt. Korkuts mentaler Crashkurs: Alles schießt nach seiner Pfeife!

Auffällig beim Training auf dem Flutlicht beleuchteten Gebhardt-Platz – dort, wo sonst die U23 trainiert – waren zwei Dinge: Korkut trennte zunächst das Team in zwei Gruppen. Die Defensive, die Co-Trainer Ilija Aracic (51) betreute, und die Offensive, die Vedad Ibisevic (37) anleitete. Korkut selbst stand meistens in der Mitte und beobachtete jeden Spieler genau.

Zurück zu den Wurzeln: Die defensiven Jungs spielten auf engem Raum gegeneinander. Die Sturmabteilung beschränkte sich auf ganz einfache Angriffe: Pass, Flanke, Torabschluss. Nicht viel denken, sondern machen.

Konter im Sechs-Sekunden-Takt

Stevan Jovetic nimmt Maß und trifft, während Jurgen Ekkelenkamp und  Selke Davie zuschauen. Foto: Imago Images/Räppold/Koch

Erster Effekt: Die erzielten Tore machten die Stimmung locker. Doch dann griff Korkut in die Trickkiste und wurde selbst aktiv. Kurze Ansprache im Kreis. Danach stellten die Spieler ein Tor auf die Mittellinie. Der halbierte Platz wurde zum Härteprogramm. Korkut nahm eine Pfeife in den Mund. Im Sechs-Sekunden-Takt ertönte sie. Zwei Teams standen sich gegenüber in jeweils drei Reihen. Im Akkord mussten drei Spieler einen Angriff fahren und drei verteidigen. Nach dem Angriff mussten die selben Spieler verteidigen, während in der Gegenmannschaft drei neue losstürmten. Sprint-, Angriffs- und Verteidigungsübungen in einem. Im Turbo-Tempo mit vielen Toren.

Die Spieler schnaubten nach diesem Spektakel. Korkut versammelte sie wieder und sagte: „Männer, das war eine anständige Einheit von allen. So müssen wir in den nächsten Tagen weitermachen.“ Sonntag (15.30 Uhr) beim Spiel in Stuttgart werden alle sehen, ob die Sturmblockade schon gelöst ist.

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