Neuzugang Myziane Maolida traf zum 3:1 in Bochum und machte Maxi Mittelstädt (l.), Suar Serdar (r.) sowie alle Herthaner froh. Imago

Puh! Hertha BSC fährt beim VfL Bochum den ersten Saisonsieg ein, gewinnt beim Aufsteiger an der Castroper Straße nach viel Kampf und wenig Glanz mit 3:1 (2:0). Suat Serdar per Doppelpack und Last-minute-Zugang Myziane Maolida mit einem Super-Solo sorgen für die ersten Punkte und kollektives blau-weißes Aufatmen!

Der Franzose, erst vor 12 Tagen für vier Millionen Euro aus Nizza gekommen, brauchte nur 17 Minuten, um nach seiner Einwechslung den Deckel drauf zu machen. Von der Mittelinie zog der Stürmer nach innen, dribbelte sich bis zur Strafraumgrenze und traf mit links ins rechte untere Eck zum 3:1-Endstand (78.).

Dardai-Devise: Safety first!

Trainer Pal Dardai, der sich nach Maolidas Tor mit Co-Trainer Admir Hamzagic hüpfend in den Armen lag, war entsprechend happy: „Ich bin froh, dass wir das 3:1 gemacht haben, sonst wäre es schwer geworden. Wir waren sehr effektiv und haben endlich unsere Torchancen ausgespielt.“

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Suat Serdar traf für Hertha BSC zum 1:0 beim VfL Bochum und brachte die Blau-Weißen auf die Siegerstraße. 

Danach sah es tief im Westen jedoch lange nicht aus. Kein Wunder, Dardais Devise gegen den Aufsteiger lautete für den nach drei Pleiten und vielen Nebengeräuschen ausgerufenen Neustart: Safety first!

Mit einer Fünferkette wollte der Ungar sein Team stabilisieren, stellte den Innenverteidigern Niklas Stark, Dedryck Boyata und Jordan Torunarigha zusätzlich Lukas Klünter (rechts) und Dennis Jastrzembszki (links) an die Seite.

Bochum lädt Hertha ein 

Dafür ging nach vorne lange Zeit gar nichts – bis die Gastgeber zwei Geschenke verteilten. Zunächst durfte Suat Serdar völlig frei bis in den Strafraum dribbeln. Der Sieben-Millionen-Zugang vom FC Schalke fackelte nicht lange, schlenzte den Ball ins rechte untere Eck – 1:0 (37.).

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Nur sechs Minuten später durfte Serdar schon wieder jubeln – dank einer Bochumer Slapstick-Einlage. Armel Bella Kotchap und Vasilios Lampropoulos schossen sich im Fünfmeterraum gegenseitig an, Serdar bedankte sich und jagte den Ball aus spitzem Winkel zum 2:0 ins Tor (43.). „Wir sind ganz schwer ins Spiel gekommen, auch die zweite Halbzeit war nicht gut. Aber wir sind froh über die ersten drei Punkte“, freute sich der viermalige Nationalspieler über seinen ersten Bundesliga-Doppelpack.

Doch statt mit der Führung im Rücken mehr Sicherheit ins eigene Spiel zu bekommen, geriet Hertha mal wieder ins Schwimmen. Gerrit Holtmann düpierte Boyata mit einem Beinschuss und legte Simon Zoller den Anschlusstreffer zum 1:2 auf (59.).

Dardai fordert Sieg gegen Fürth

Die blau-weiße Passivität bestraften fast zwei Ex-Berliner: Der ehemalige Unioner Sebastian Polter bediente per Kopfablage Hertha-Leihgabe Eduard Löwen, der vom eingewechselten Teenie Linus Gechter (17) bei seinem Profi-Debüt noch entscheidend gestört wurde (73.).

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Einstand nach Maß: Myziane Maolida traf zum 3:1 in Bochum und sorgte für den ersten Hertha-Sieg. 

Fünf Minuten später erlöste Maolida alle Herthaner. Dardai war dank der gnadenlosen Effektivität (5 Torschüsse, 3 Treffer) zufrieden. „Wenn einer denkt, wir spielen Wunderfußball gegen einen euphorisierten Aufsteiger, der hat keine Ahnung. Meine Jungs haben es taktisch gut gemacht. Deswegen bin ich stolz.“

Zur Belohnung gab Dardai seinen Spielern einen Tag frei, bevor am Freitag (20.30 Uhr) bereits das nächste Aufsteiger-Duell gegen Greuther Fürth ansteht. Dardai: „Das Heimspiel musst du jetzt gewinnen. Dann haben wir sechs Punkte und ein bisschen Luft.“

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