Herthas Mittelfeldspieler Lucas Tousart sitzt alleine nach dem Abpfiff auf der Bank. Ein leerer und enttäuschter Blick. Vorbildlich gekämpft, aber das alleine reicht nicht. City-Press

Glauben Sie noch an die Hertha-Rettung? Ich nicht mehr! Ein 0:1-Relegations-Hinspiel vor eigenem Publikum kann man ja noch wieder geradebiegen im Rückspiel. Das bewies der 1. FC Köln vergangenes Jahr, als er auch 0:1 im Heimspiel verlor. Aber dann im Rückspiel Holstein Kiel mit 5:1 vom Platz fegte.

Aber erstens ist der Hamburger SV nicht Kiel und zweitens ist Hertha nicht Köln. Ich habe im Olympiastadion einen Klassenunterschied gesehen. Der Zweitligist aus Hamburg war in der Spielanlage eine Klasse besser. Die Angriffe der Hanseaten sahen nach teaminternen Automatismen aus, flüssig und durchdacht. Und bei Hertha? Nach vorne war es wie die ganze Saison, alles nur ungenaues Stückwerk.

Genau deswegen hat Hertha verloren. Bis zum 34. Spieltag war es komplett richtig auf Kampfmodus mit aggressiven Duellen zu spielen. Gegen Hamburg sah es nur hilflos im Heimspiel aus. Natürlich konnte Trainer Felix Magath eine Spielkultur nicht in zwei Monaten in diese Mannschaft hineinbekommen, doch etwas mehr durchdachte Spielzüge wären nötig gewesen.

Magaths Analyse nach dem Spiel: „Der HSV hat sehr gut gespielt. Es war ein gutes, kampfbetontes Spiel. Es hätte 0:0 ausgehen sollen. Aber ein Ball ist abgerutscht und landete im Tor.“ Ganz so einfach lief dieses Spiel aber nicht. Magath glaubt noch an die Rettung: „Natürlich sind wir alle enttäuscht. Aber wir werden darauf hinarbeiten, dass wir es noch umbiegen. Warum sollen wir im Rückspiel nicht der Glückliche sein? Heute war es der HSV.“

Lesen Sie auch: Relegation: Hertha BSC bei den Buchmachern chancenlos gegen den HSV! >>

Auf Glück sollte sich keiner verlassen. So geht keine Rettung. Aber vielleicht irre ich mich. Ich wäre sehr froh drüber.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>