Guendouzi verliert den Zweikampf und fällt hin. Danach trifft Leipzig in der 71. Minute zum 2:0 in der 71. Minute. Foto: AFP

Wieder kein Wunder, wieder eine Enttäuschung mehr! Hertha BSC verliert 0:3 (0:1) gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig und steckt immer tiefer im Abstiegskampf. Tapfer gekämpft, genützt hat es nichts, weil einer einen Blackout hatte.

Coach Pal Dardai hatte in der Aufstellung eine Überraschung parat. Marton Dardai spielte für Omar Alderete als Innenverteidiger. Der Papa belohnte seinen Sohn für gute Trainingsarbeit. Für den Youngster wurde es dann gleich in der 5. Minute brenzlig. Dardai Junior hob eine Abseitsstellung des Leipzigers Hee-Chan Hwang auf, doch der Südkoreaner scheiterte an Torwart Rune Jarstein. Das war aber auch der einzige Fehler. Dardais Startelf-Debüt war solide. Der neue Chef im Mittelfeld, Rio-Weltmeister Sami Khedira (auch sein Startelf-Debüt), strahlte nicht nur auf das Hertha-Talent Ruhe aus, sondern auf die ganze Mannschaft.

Nach einer Viertelstunde wagten sich die Blau-Weißen nach vorne. Kris Piatek hatte gleich zwei Riesenchancen. Bei einer Flanke von Maxi Mittelstädt kam er um eine Fußspitze zu spät (18.). Zwei Minuten später konnte er einen Pass von Dodi Lukebakio nicht gut genug annehmen (20.). Piatek immerhin danach mit starker Flanke zu Lukebakio. Leipzigs Klostermann konnte gerade noch zur Ecke klären (22.). Es sah alles gut aus, es roch nach Überraschung.

Doch dann traf Leipzigs Marcel Sabitzer, weil Lucas Tousart nicht nah genug an ihm dran war, mit einem Sonntagschuss per Bogenlampe aus 25 Metern zum 1:0 (28.). Ein ganz krummes Ding, da hatte Jarstein keine Chance.

So ging es in die Pause und danach flackerten bei den Blau-Weißem ein bisschen die Offensivbemühungen wieder auf. Doch Lukebakio und Matheus Cunha scheiterten bei ihren Chancen in der 51. Minute. Maxi Mittelstädt sprach die traurige Wahrheit nach dem Abpfiff aus: „Wir haben genug Chancen, wenn wir die nicht reinmachen, wird es gegen jede Mannschaft schwer. Es ist ärgerlich, dass wir das Spiel so hergeschenkt haben.“

Nach 68. Minuten nahm Dardai seinen verlängerten Arm Khedira vom Platz, weil es konditionsmäßig noch nicht für die volle Spielzeit beim Ex-Nationalspieler reicht. Problem: Die Blau-Weißen verloren ohne ihn die Orientierung und der für Khedira eingewechselte Matteo Guendouzi komplett die Übersicht und Nerven.

Black-out im eigenen Strafraum! Bei einem Ballverlust ließ er sich fallen und forderte einen Freistoß. Leipzig sagte danke. Tyler Adams passte auf Nordi Mukiele zurück und der donnerte die Kugel aus spitzem Winkel unter die Latte zum 0:2 (71.). Trainer Dardai knallhart zum Guendouzi-Fehler: „Das war kein Freistoß, das war ein Ballverlust. Das muss er lernen.“ Danach nickte Willi Orban eine Ecke zum 3:0 (84.) ein. Seine Bewacher war Guendouzi …

Nächste Niederlage perfekt, dafür eine Erfahrung mehr. Ohne Khedira geht gar nichts bei Hertha. Pal Dardai: „Das 0:3 ist ein bisschen hoch. Wir haben nicht schlecht gespielt.“ Stimmt! Doch wieder gab es keine Punkte. Es wird ein brutaler Abstiegskampf.