Tayfun Korkut springt, tanz, ballt die Faust. Stürmer Jovetic hat gerade das 1:0 gegen Bielefeld gemacht.  Foto: Imago Images

Herthas neuer Trainer Tayfun Korkut, eigentlich ein ruhiger Vertreter. Doch wehe, das Spiel geht los. Das sahen alle bei seinem Heimdebüt. Was für ein Tänzchen mit geballter Faust nach dem 1:0-Tor durch Stevan Jovetic beim 2:0-Heimsieg gegen Bielefeld. Tayfun wird zum (T)Orkan.

Was für eine Gefühlsexplosion des Trainers in der 53. Minute nach der Führung durch Jovetic. Korkut rannte ein paar Schritte, ballte dabei die rechte Faust, sprang hoch und machte dann die Säge mit seiner rechten Hand und schrie: „Super gespielt!“ So jubelt sonst nur die Trainerikone Jürgen Klopp.

Nach dem Abpfiff war der Schwaben-Türke wieder ganz kühl und sachlich und erinnert bei seinen Worten eher an den neuen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, wenn er in einer Talkshow sitzt und seine Argumente hervorbringt.

„Superablage von Ishak“

„Das ist Fußball, Freude gehört dazu. Der Sieg war nicht wichtig für mich, sondern für Hertha. Die Emotionalität kommt daher, dass ich mich sehr gefreut darüber gefreut habe, wie wir das Tor gemacht haben“, erklärte Korkut und ging dann darauf näher ein: „Es war die Art und Weise wie wir uns Torchancen erarbeitet haben, wie wir beim ersten Tor von hinten nach vorne gespielt haben. Es war nicht irgendwie ein langer Ball oder Eckball. Genau so wollten wir es. Und dann diese Superablage von Ishak Belfodil für Stevan Jovetic.“

Es scheint so, dass Hertha endlich wieder ein Sturmduo gefunden, dass wirklich funktioniert. Korkut kommt fast schon ins Schwärmen: „Ich muss Ishak hervorheben. Schon in Stuttgart (2:2, die Red.) hat er die Torvorlage gut gemacht, jetzt ähnlich. Stevan hat jetzt einen sehr guten Partner mit dem er gut harmoniert.“

Serdar: „Es macht Spaß mit zwei Zockern“

Das sehen auch alle Mitspieler so. Suat Serdar: „Es macht einfach Spaß, wenn man vorne zwei Zocker hat wie Belfodil und Jovetic.“ Die Spielfreude ist wieder da. Tayfun ist ein (T)Orkan. Das Offensivspiel ist endlich dynamischer und ideenreicher.

Das belegt auch die Statistik: Unter Vorgänger Dardai gab es 13 Treffer in 13 Spielen, unter Korkut sind es vier Tore in zwei Spielen. Die Trefferquote wurde verdoppelt. Es gab also Fortschritte in den vergangenen zwei Wochen, seit Korkut das Traineramt übernommen hat. Doch für langes Jubeln bleibt keine Zeit.

Das weiß auch Korkut, Dienstag geht es schon bei Mainz 05 weiter, Sonnabend kommt Dortmund ins Olympiastadion. Hertha hat noch immer nur zwei Pünktchen Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Erst ein Sieg in Mainz wäre der echte Befreiungsschlag und dann gibt es den nächsten Tayfun-Tanz …

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