Lukebakio (r.) im Zweikampf mit Bayerns Parvard. Foto: dpa

Hertha hat 0:1 gegen Bayern verloren, aber neue Hoffnung gewonnen. Die Dardai-Therapie hilft immer mehr. Endlich spielen die blau-weißen Profis zusammen und nicht nur nebeneinander her.

Für mich war die Szene in der 55. Minute ein echter Lichtblick für den neuen Teamgeist. Dodi Lukebakio, der sonst immer im Verdacht stand, nicht genug Defensivarbeit zu verrichten, klärte im Strafraum einen Ball vor Serge Gnabry und drosch die Kugel ins Seiten-Aus. Fußballerisch kein Leckerbissen, doch mit so viel Werthaltigkeit für den Teamspirit.

Lukebakios Wandel zum Kämpfer ist ein Indiz, dass Dardai es in nur zwölf Tagen geschafft hat, die Spieler bei ihrem Willen und ihrem Ehrgeiz zu packen.

Doch man muss bei der Beurteilung auch vorsichtig sein. Gegen Bayern ist jede Mannschaft extra motiviert. In den nächsten Wochen gegen weitere Topteams wird sich zeigen, wie groß der Teamgeist wirklich geworden ist. Ob er auch Bestand hat, wenn weiterhin nicht genügend Punkte im Abstiegskampf eingefahren werden, wird man sehen.

Sami Khedira, der nur zwölf Minuten zum Einsatz kam, kann dann als echter Leitwolf noch sehr hilfreich für das junge Team werden. Nach diesem Spiel habe ich wenigstens wieder Hoffnung, dass Hertha doch noch irgendwie die Kurve kriegt.