Hertha-Leihgabe Davie Selke (2.v.r.) erlebt bei Werder Bremen eine bittere Zeit.  Foto:  Imago Images

Das hatte er sich ganz anders vorgestellt. Stürmer Davie Selke (25), im Januar an Bremen verliehen, kehrt schon nächste Woche zu Hertha zurück, wenn Werder absteigt. Eine blau-weiße Zukunft hat er wohl nicht.

Selke leidet. Seinem Herzensklub droht der Abstieg in die 2. Liga. Nur Schützenhilfe von Union gegen Düsseldorf und ein Sieg gegen Köln würde Werder noch vor dem bitteren Gang bewahren.

Im freien Fall befindet sich auch Selke selbst. Vor drei Jahren war er noch Herthas Zukunft im Sturm. Richtig durchsetzen konnte er sich in Berlin nie. Als Hertha im Winter auf Einkaufstour ging, mit Krzystof Piatek (24) und Matheus Cunha (21) im Sturm kräftig aufrüstete, zog es Selke kurz vor Ende der Transferfrist zurück nach Bremen.

Dort wo er seinen Durchbruch zum Profi schaffte, wollte er zu alter Stärke zurückfinden. Geklappt hat es nicht. In 13 Spielen traf der U19- und U21-Europameister nur ein einziges Mal. Zuletzt durfte Selke kaum mehr spielen.

Auch für Hertha ist die Entwicklung bitter. Steigt Werder ab, greift die Kaufpflicht über rund zehn Millionen Euro nicht. Einen ähnlichen Preis wird Manager Michael Preetz in Corona-Zeiten und Selkes Trefferquote nur schwer erzielen. „Wir gehen davon aus, dass es ein recht langes Transferfenster geben wird“, erklärt Preetz und bleibt entspannt: „Schauen wir mal, wie es ausgeht.“

Besonders bitter für Selke: Bevor er eine Hertha-Zukunft hat, soll eher sein Bremen-Kumpel Milot Rashica (23) ein Blau-Weißer werden. Laut dem Portal „Deichstube“ hat Hertha ein Auge auf dem pfeilschnellen Stürmer geworfen. Bleibt abzuwarten, ob es sich dabei um eine Nebelkerze des Kosovaren handelt, um im Poker mit RB Leipzig endlich voranzukommen, oder ob Rashica schon bald bei Hertha aufschlägt. Vielleicht mit Selke zusammen.