Herthas Torwart Alexander Schwolow will Sonntag wieder kräftig zupacken, damit Hertha in Freiburg Punkte holt.  Foto: imago images/Picture Point LE

Einmal hin und zurück in die alte Heimat. Herthas Torwart Alexander Schwolow (28) kehrt für ein paar Stunden zurück nach Freiburg. Stürmer wollen gegen ihren Ex-Klub immer gerne treffen. Ein Keeper will sich nicht bücken, um den Ball aus seinem Netz zu holen. Schwolow macht vor dem Spiel beim SC (Sonntag, 15.30 Uhr) alles, damit die Null steht.

Seine Spielvorbereitung ist besonders. „Da bin ich schon sehr akribisch. Ich schaue mir auf Videos das Stürmerverhalten der Gegner an. Wann versuchen sie den Abschluss? Und andere Dinge. Auch geschossene Elfmeter analysiere ich, um vielleicht noch ein paar Prozente herauszuholen“, erklärt der Torwart.

Im Sommer kam er für sieben Millionen Euro Ablöse aus dem Breisgau an die Spree und wurde von Bruno Labbadia sofort zur Nummer 1 befördert. Der Trainer: „Man hat das Gefühl, dass er angekommen ist. Ich habe das Gefühl, dass er sich wohlfühlt. Schwolli wird immer besser.“

In den ersten sechs Saisonpartien kassierte Hertha immer Gegentore. In den vergangenen sechs Wochen gab es immerhin drei Zu-null-Spiele (3:0 in Augsburg, 0:0 in Leverkusen und 0:0 gegen Mainz). Das soll auch in Freiburg so sein. Deswegen gab es auch noch ein Extra-Gespräch zwischen Labbadia und seinem Schlussmann. Schwolow sollte dem Trainer alles berichten, was er über seine Ex-Mitspieler weiß. „Das mache ich schon gern, dass ich mal reinhöre bei einem Spieler und frage: ,Passt das, was wir an Analyse haben? Siehst du etwas, was wir vergessen haben?’ Es wäre blöd, wenn wir das nicht ausnutzen würden“, verriet Labbadia.

Schwolow wollte eine neue Herausforderung, einen neuen Lebensabschnitt. Bisher scheint bei ihm auch alles aufzugehen. Im Oktober wurde er zum ersten Mal Papa. Mit seiner Freundin Larisa und Töchterchen Anouk hat er sich gerade erst so richtig in Berlin eingelebt. Deshalb war er schon überrascht, wie viele Baby-Geschenke die junge Familie bekam. „Wir haben auch einen Hertha-Strampler geschenkt bekommen. Natürlich verändert sich einiges im Leben. Aber wir sind relativ entspannte Eltern“, erklärt der Torwart.

Seinen Traum von der Nationalelf hat der Endzwanziger bis heute nicht aufgegeben. Keck sagt Schwolow: „Ja, klar, wenn Jogi anruft, bin ich erreichbar. Das ist immer ein Traum. Das wäre eine Riesensache, für sein Land zu spielen.“

Vielleicht schaut Bundestrainer Löw ja Sonntag in Freiburg bei Schwolows Paraden live im Stadion zu.