Brachte die RB-Fans bei seiner Leipzig-Rückkehr schon einmal zum Verstummen: Hertha-Stürmer Davie Selke. Imago

Davie Selke lebt von seinen Emotionen. Entsprechend haben Duelle gegen seine Ex-Klubs für Herthas Stürmer immer einen ganz besonderen Reiz. Trainer Pal Dardai weiß und schätzt das und stellt dem Angreifer einen Startelfplatz für seine Rückkehr nach Leipzig (Sonnabend, 15.30 Uhr) in Aussicht. Selke soll RB die Flügel stutzen!

Selkes Werte gegen seine Ex-Klubs sind bärenstark: 19 Spiele, neun Tore, eine Vorlage.

Selke kann Hertha-Fans verstehen

Wie heiß er auf Spiele gegen seine ehemaligen Arbeitgeber ist, erlebten die Hertha-Fans erst in diesem Jahr am eigenen Leib. Für Werder traf Selke gegen Hertha beim 1:4 im Januar als Leihgabe. Trainer Bruno Labbadia wurde entlassen und Selke erntete für seinen ausgiebigen Torjubel blau-weiße Kritik. „Ich gebe immer alles für den Verein, bei dem ich angestellt bin“, erklärte der 26 Jahre alte Angreifer, sagte aber auch: „Ich kann die Fans verstehen, die sagen: Ey, was ist denn mit dem los?“

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Schnee von gestern! Selke ist seit Werders Abstieg bekanntlich wieder Herthaner – und brennt natürlich auf seine Rückkehr nach Leipzig, wo er von 2015 bis 2017 auf Torejagd ging. „Davie muss man immer bremsen,“ sagt Dardai mit einem Schmunzeln und erklärt: „Er ist ein leidenschaftlicher Fußballer. Jeden Tag, jedes Training, gibt er alles. Das mag ich an ihm.“

Selke kommt in Form 

Nach seinem Treffer in der ersten DFB-Pokal-Runde in Meppen wartet Selke noch auf sein erstes Liga-Tor. Auch, weil er bei der 0:5-Klatsche beim FC Bayern einen Rippenbruch erlitt. Beim 2:1-Sieg gegen Fürth stand er erstmals wieder in der zweiten Halbzeit auf dem Feld und brachte gemeinsam mit Matchwinner Jurgen Ekkelenkamp und dem ebenfalls eingewechselten Marco Richter die Wende. 

City-Press
Schoss sich unter der Woche bereits für RB Leipzig warm: Hertha-Stürmer Davie Selke (26).

Die Marschroute ist klar: Hertha will die Mini-Serie von zuletzt zwei Siegen ausbauen oder zumindest punkten. Dardai: „Die Jungs wollen, die Laune ist da. Wir wollen unbesiegt bleiben.“

Selke für Dardai ein Startelf-Kandidat

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Der Druck ist auf jeden Fall bei RB, die noch nicht im Tritt sind. Selkes ehemaliger WG-Kumpel und RB-Angreifer Yussuf Poulsen: „Fakt ist, dass wir zu wenig Punkte haben. Da helfen nur Siege. Und damit müssen und werden wir gegen Berlin anfangen.“

Weil Jesse Marsch als Trainer-Nachfolger von Julian Nagelsmann wieder mehr auf Überfall-Fußball und weniger auf Ballbesitz aus ist, setzt Dardai auf zweikampfstarke und vor allem schnelle Spieler.  Und denkt dabei an Selke: „Natürlich ist die Überlegung, dass Davie von Anfang spielt und einfach fightet.“

Zwar hat Dardai mächtig Respekt vor RB. Was sich dort entwickelt hat, wie dort gearbeitet wird. „Aber“, stellt er klar: „Wir haben schon mit zehn Mann dort gewonnen und eine Überraschung geschafft. Warum sollte es nicht dieses Mal so sein?“

Matchwinner per Doppelpack beim 3:2-Sieg in Unterzahl im Dezember 2017? Na klar, Davie Selke.

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