Santiago Ascacibar bei seiner Lieblingsdisziplin - Grätschen! Herthas Argentinier kann gegen Leverkusen auf dem Holperrasen zum "Matschwinner" werden. Foto: City-Press

Ist der Platz erst ruiniert, grätscht es sich ganz ungeniert! Der Rasen im Olympiastadion ist spätestens nach Unions Euro-Spiel gegen Feyenoord Rotterdam hinüber. Vor Herthas Heimspiel heute (15.30 Uhr) gegen Leverkusen gibt es nur ein Motto: Schön spielen? Kannste vajessen! Es wird das Spiel für den Kampf-Gaucho. Santiago Ascacibar (24), grätsch’ ganz wunderbar!

Mit Tricks glänzen, das dürfen normalerweise andere. Herthas Argentinier steht für knallharte Zweikämpfe und unbändigem Willen. Hart gegen sich selbst und gegen den Gegner. Im Training zieht er trotz Kälte meistens ein ärmelloses Shirt an. Der 1,68-Meter-Mann räumt seit Wochen im Mittelfeld ab und entpuppt sich immer mehr als das Mentalitätsmonster im Team. Er beschreibt sich selbst so: „Ich gebe auf dem Platz alles, was ich habe, um meinem Team zu helfen!“

Ascacibars Markenzeichen im Training: Das ärmellose T-Shirt.  Foto: City-Press

Dardai: „Santi macht das gerade sehr gut!“

Trainer Pal Dardai – als Spieler hatte er die gleichen Eigenschaften – setzt deswegen auf Ascacibar. „Santi ist zehr zuverlässig und hat sich gut präsentiert in den letzten Spielen. Santi ist im Moment ein bisschen vor Lucas Tousart. Santi macht das gerade sehr gut“, erklärt der Coach.

Dardai und Ascacibar, vor sieben Monaten sah das noch etwas anders aus. Als der Argentinier im April seinen erstes Bundesliga-Tor beim 2:2 gegen Gladbach schoss, wurde er vom Trainer trotzdem in der zweiten Halbzeit für Sami Khedira ausgewechselt. Missfällig schritt der Emotionsvulkan aus Südamerika vom Platz. Dardai gefiel das gar nicht und Ascacibar musste sich einiges anhören. Das Gute: Er hatte es verstanden und den Teamgeist danach verinnerlicht.

Kämpfer beim Corona-Saisonendspurt

Bei den sechs Corona-Nachholspielen im Saisonendspurt war er als einer der wenigen im Team bei jeder Partie auf dem Platz. Kein Wunder, Kampf war angesagt. In der Sommerpause verzichtete der Gaucho dann auf Olympia, um sich bei Hertha endlich voll durchzusetzen. Dardai fand das prima!

Ascacibar trifft und wird getroffen. Beim 4:3-Test gegen LIverpool erwischte ihn Keeper Kelleher am Kopf. Foto: City-Press

Wie knallhart dieser Typ ist, zeigte er im Sommer beim 4:3-Test gegen Liverpool. Bei seinem Tor traf ihn FCL-Keeper Caoimhin Kelleher am Kopf, total benommen taumelte Ascacibar vom Platz und wollte trotzdem weiterspielen. Alle mussten ihn stoppen! Manager Fredi Bobic sagte nur: „Es wird ins Krankenhaus gehen.“ Gehirnerschütterung, Sportverbot für ein paar Tage. Das konnte den Kämpfer aber nicht aufhalten.

Bei den bisherigen zehn Bundesliga-Spielen stand er siebenmal in der Startelf. Heute folgt Partie Nr.11 gegen die kriselnden Leverkusener. Eine Partie auf matschigem Boden, wie für Ascacibar gemacht. Ist der Platz erst ruiniert, grätscht sich es ganz ungeniert…

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