Salomon Kalou ist skeptisch, was die Fortsetzung der Saison betrifft. Foto: Metodi Popow/Imago Images

Salomon Kalou ist bekannt dafür, über den Fußball-Tellerrand hinauszuschauen. Herthas Stürmer, der durch seine Zeit beim FC Chelsea (2006 bis 2012) in England zum Star wurde, äußert sich jetzt als erster Bundesliga-Profi kritisch zu den Neustart-Plänen inmitten der Corona-Krise.

„Wir alle lieben den Fußball, auf dem Platz, vor dem Fernseher. Aber wir sollten niemanden einem Risiko aussetzen, nur weil wir das Spiel lieben“, erklärt Kalou in einem TV-Interview mit dem englischsprachigen BBC Sport Africa.

Der Ivorer fordert: „Alle müssen geschützt und vor allem gesund sein. Wir müssen sicherstellen, dass das gegeben ist, bevor wir daran denken, wieder zu spielen. Die Gesundheit aller ist das Wichtigste.“

Dafür will die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit ihrem Hygiene-Konzept sorgen, das strikte Abstandsregeln und regelmäßige Corona-Tests für Spieler, Trainer und Betreuer vorsieht. Kalou sieht die Umsetzung skeptisch: „Ich bin gespannt, ob sie das hinkriegen“, so der Stürmer. Fußball sei nun mal ein Kontaktsport. „Am Ende des Tages sind Berührungen unvermeidlich. Man muss Kontakt haben, man muss Kontakt herstellen, wenn man Fußball spielen will“, erklärt Kalou.

Ein weiteres Problem stellt aus Sicht des 34-Jährigen, dessen blau-weißer Vertrag nach sechs Jahren in Berlin am Ende der Saison ausläuft, die Durchführung der noch ausstehenden neun Spieltage dar, ohne dadurch das Infektionsrisiko zu erhöhen: „Ich weiß nicht, wie wir das schaffen werden. Wir müssen reisen, um zu spielen, bei Auswärtsspielen in ein Hotel. Ich bin sehr neugierig, wie das alles funktionieren soll. Ich hoffe, die Maßnahmen werden alle greifen.“

Während in England mehr und mehr Profis Angst vor einem Neustart haben, sich um das Wohl ihrer Familie sorgen, ist Kalou nicht bange: „Aber es wird ein bisschen unangenehm sein, wieder anzufangen.“

Die körperlichen Voraussetzungen sieht der Champions-League-Gewinner von 2012 trotz der widrigen Bedingungen im Training – Hertha übt nach wie vor ohne Zweikämpfe in drei Achtergruppen – unter dem neuen Cheftrainer Bruno Labbadia (54) mittlerweile gegeben: „Als Spieler sage ich: Nach drei Wochen sind wir fit genug und bereit zu spielen.“ Sorgen macht er sich vielmehr um die Menschen in Afrika. „Diese Pandemie ist nicht in ein, zwei Monaten vorbei. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, der alle Menschen noch vor große Probleme stellen wird“, sagt Kalou.

Auch deswegen habe er sein soziales Engagement über seine eigene Stiftung in den vergangenen Krisenwochen weiter ausgebaut: „Wir probieren noch mehr Geld zu sammeln, unterstützen die Krankenhäuser mit Betten, Masken und medizinischer Ausrüstung.“