Abgetaucht und gehalten! Rune Jarstein hält den Elfmeter von Robert Lewandowski. Foto: AFP

Es ist DAS Comeback bei Hertha BSC. Der neue Cheftrainer Pal Dardai holte Torwart-Routinier Rune Jarstein (36) zurück in den Kasten. Der Norweger sorgte gleich mal für ein Ausrufezeichen, wie stark er wirklich ist. Er hielt einen Elfer von Bayerns Weltfußballer Robert Lewandowski. Das schaffte vor ihm nur ein Keeper in der Bundesliga – Manuel Neuer.

Der besonnene Rune kann sein Glück kaum fassen und ist stolz auf seinen Katzensprung: „Den Elfmeter zu halten, war ein sehr gutes Gefühl – Lewandowski ist einer der weltbesten Stürmer. Leider hat uns das am Ende wenig gebracht.“

Denn bei der krummen Bogenlampe wenig später von Kingsley Coman war er machtlos. „Beim Gegentor habe ich gesehen, dass Coman zum Schuss ausholt, aber es waren zu viele Spieler dazwischen. Als ich den Ball sehen konnte, war es schon zu spät“, so Jarstein.

Doch das bringt den Norweger, der seit sieben Jahren bei Hertha ist, nicht aus der Ruhe. Die Freude über seine Rückkehr als Nummer1 ist riesengroß. „Ich habe viel Lust zu spielen. In Frankfurt war es gut, gegen Bayern besser – das gilt auch für uns als Mannschaft: Wir werden wieder besser und besser“, ist Jarstein optimistisch.

Im Sommer verdrängte ihn Alexander Schwolow, der aus Freiburg kam, aus dem Kasten. Sauer war Jarstein deswegen aber nicht. Denn es gab eine korrekte Ansage von Ex-Trainer Bruno Labbadia und Ex-Manager Michael Preetz. „Die Verantwortlichen haben mir damals klar gesagt, dass sie einen Torwart verpflichten wollen, der mit mir um die Position im Tor kämpft.“

Jarstein nahm dann die Entscheidung gegen ihn wie ein Ehrenmann und sagt jetzt: „Ich war als Führungsspieler voll integriert. Ich habe mich nie wirklich als Nummer zwei gefühlt. Auch wenn ich nicht im Tor stand.“

Das kollegiale Klima zwischen den Torhütern wird bei den Blau-Weißen seit Jahrzehnten kultiviert. Jarstein lobt sogar Konkurrent Schwolow: „Mit Alex haben wir einen Top-Torwart dazubekommen. Er ist auch ein sehr angenehmer Mensch. Wir tauschen uns aus und profitieren beide voneinander. Klar ist das ein Konkurrenzkampf, aber wir haben ein sehr gutes Verhältnis.“ Jetzt hat erst mal Jarstein die Nase vorn und macht Sonnabend in Stuttgart sein 174. Pflichtspiel für Hertha.

Doch trotz seiner Comeback-Freude hat der 1,90 m große Norweger den Ernst der Lage erkannt: „Wir können alle die Tabelle lesen. Deshalb tun wir gut daran, dass wir die Situation annehmen und von Spiel zu Spiel schauen, dass wir endlich zu mehr Punkten kommen.“