Herthas Trainer Tayfun Korkut und Manager Fredi Bobic halten zusammen. Foto: Imago Images

Hertha BSC steckt nach der 1:6-Heimklatsche gegen RB Leipzig noch tiefer im Abstiegssumpf: Platz 15! Das Verrückte an diesem Spiel: Die Blau-Weißen hielten eine Stunde lang richtig gut mit. Erst nach der Roten Karte für Marc Kempf und dem Elfmeter begann das Debakel. Deswegen stärkt Manager Fredi Bobic auch nach dem siebten sieglosen Pflichtspiel in Folge Trainer Tayfun Korkut den Rücken. Und was sagt der Coach dazu? Korkut: „Ich brauche das nicht, das weiß Fredi auch!“

Unmittelbar nach dem Abpfiff hatte Bobic gesagt: „Tayfun Korkut ist sehr klar, auch mit dem richtigen Ton. Er macht das, wie man sich das vorstellt. Da ist null Aktionismus, er hat einen klaren Plan.“ Trainerdiskussion beendet, weil Bobic Fortschritte im Team sieht.

Korkut stand am Tag nach der Klatsche tapfer Rede und Antwort. Zum Bobic-Lob sagt er: „Unser Vertrauensverhältnis – egal, was passieren sollte – wird sich nicht verändern. Er weiß, wie ich arbeite. Dass er solche Worte wählt, ist für mich wichtig. Aber es ändert nichts an meiner Arbeit. Die Arbeit geht genauso weiter.“

Herthas Korkut: „Nicht die Leistung kleinreden“

Herthas Peter Pekarik im Zweikampf mit Leipzigs Christopher Nkunku. Foto: Imago Images/Picture Point

Korkut lässt sich weder vom Weg abbringen noch von der Klatsche verunsichern. Er beweist auch jetzt Stärke. Dabei sagt er selbst: „Das ist Wahnsinn. Wer nicht im Stadion war, wird sich bei dem Ergebnis denken: Die haben keine Chance gehabt. Das war aber nicht der Fall. Das Ergebnis will und kann ich nicht kleinreden. Aber ich will auch nicht die Leistung des Teams kleinreden.“

Kein Einspruch! Es war die beste Stunde, die die Hertha-Profis in diesem Jahr gezeigt haben. Moral, Disziplin und Mut waren da. „Wenn man sich mit keiner guten Leistung abschießen lässt, dann hat man Probleme. Aber das war es ja nicht. Wir haben genug Dinge gehabt, an denen wir uns festhalten können“, sagt Korkut.

Doch in diesem Jahr kam dabei noch kein Sieg heraus. Es kann auch irgendwann die Köpfe der Spieler zermürben. Korkut muss genau das verhindern: „Das war noch mal eine richtige Grätsche, die uns nicht gutgetan hat. Die richtige Dosis zwischen Psyche und Taktik ist jetzt wichtig. Das ist mein Job. Ich bin da aber zuversichtlich: Die Mannschaft hört zu, sie will, sie will umsetzen. Das ist unheimlich wichtig in der schwieriger Situation.“

Korkut fordert Nehmerqualitäten

Korkut kämpft, die Spieler kämpfen. Der Trainer hofft auf die Wende: „Von Spiel zu Spiel kann sich das drehen. Wir waren gegen Leipzig kurz davor, das Pendel auf unsere Seite zu bekommen. Deswegen regt mich das Ergebnis auch so auf. Es geht um Nehmerqualitäten. Die sind jetzt gefragt.“

Korkut hat diese Nehmerqualitäten nach der Pleite bewiesen. Verzweiflung und Ratlosigkeit bei einem Bundesliga-Trainer im Abstiegskampf sehen anders aus.

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