Vincenzo Grifo köpft zum 1:0 ein. Herthas Torwart Alexander ist da chancenlos. Foro: imago images/Rudel

Bruno Labbadia kann seinen beigen Erfolgsmantel in den Kleiderschrank hängen. Hertha verliert 1:4 (0:1) beim SC Freiburg. Ein Pleite, so überflüssig wie das ganze mäßige Jahr 2020. 13 Punkte nach 13 Spielen. Einfach zu wenig! Das klingt nach rohen Weihnachten bei den Blau-Weißen.

Ein schlampiger, zu scharfer, halbhoher Pass von Matteo Guendouzi beim Spielaufbau auf Matheus Cunha. Der Brasilianer konnte den Ball nicht richtig kontrollieren, verlor dann den Zweikampf mit Jonathan Schmid, der lief ein paar Meter und flankte dann in den Strafraum. Da konnte Vincenzo Grifo völlig frei zwischen Peter Pekarik, der noch von der Mittellinie herangesprintet kam, und Dedryck Boyata per Flugkopfball den Ball ins Netz drücken – 1:0 nach nur sieben Minuten für den SC.

Herthas Profis waren danach so konsterniert, dass es in der nächsten halben Stunde keine Angriffsbemühungen mehr gab. Trotz Vladimir Darida, der wieder für Lucas Tousart im Mittelfeld spielte, gab es kaum Bewegung in der Offensive. Er erinnerte an das enttäuschende 0:0 gegen Mainz am vergangenen Dienstag. Cunha? Nicht sichtbar! Stürmer Kris Piatek? Fast kein Ballkontakt! Bezeichnend: Den ersten Schuss aufs Freiburger Tor machte Außenverteidiger Maxi Mittelstädt nach 36(!) Minuten. Den zweiten schaffte Darida in der 41. Minute. Gefährlich waren sie beide nicht.

Dann brannte es nochmal lichterloh bei einem Freiburger Konter. Doch Grifos Lupfer konnte Torwart Alexander Schwolow locker auffangen (45.). Ein Wachmacher kurz vor Pause für die Blau-Weißen?

Den großen Gong bekam erstmal der enttäuschende Cunha. Labbadia wechselte ihn zur Halbzeit aus und brachte Javairo Dilrosun. Hertha spielte endlich mit mehr Schwung nach vorne. Da muss Labbadia mal richtig laut geworden sein. Nach einer Ecke köpft Niklas Stark an die Latte (51.). Nur eine Minute später dribbelte sich Joker Dilrosun auf der linken Seite durch und seine Flanke knallte Dodi Lukebakio ins Netz zum 1:1.

Hertha machte Druck, Dilrosun traf den Pfosten (56.), Piatek scheiterte knapp (57.), doch Freiburg machte das 2:1 durch Ermedin Demirovic (59.). Bitter, ein Tor aus dem Nichts!

Das dritte Freiburger Tor war dann ein Geschenk des baden-württembergischen Schiedsrichters Tobias Reich an die Badener. Statt Foul zu pfeifen, weil Schwolow auf der Linie von Freiburgs Philipp Lienhart angegangen wurde, gab es Ecke für den SC. Bei der war dann Manuel Gulde per Kopf erfolgreich (67.). Als Nachschlag gab es dann noch das 1;4 per Foulelfmeter durch Nils Petersen in der Nachspielzeit.